Ausgebremst! Der FCK nach dem Pflichtsieg im Pokal und dem Spitzenspiel in Fürth

Der 1. FC Kaiserslautern setzte sich in der ersten Runde des DFB-Pokals souverän gegen die Neckarsulmer Sport-Union (NSU) durch. Sieben Tore wurden dabei erzielt, was so manchen Fan dazu verleitete, bessere Zeiten am Betze einzuläuten. Ein Klassenunterschied von fünf Ligen machte sich besonders in der zweiten Halbzeit bemerkbar. In der Hitze ging der tapfer kämpfenden NSU die Energie aus und die Profis konnten das Ergebnis deutlich gestalten.

Nach den erfolgreichen drei ersten Pflichtspielen bestand die Gefahr, dass man sich von dem bisher Erreichten blenden lassen könnte. Im Ligabetrieb agierte der FCK meist relativ uninspiriert und profitierte von der Kaltschnäuzigkeit Zollers und den eher mäßigen Gegnern. Am Montag erwartete die Roten Teufel dann der erste richtige Härtetest, Absteiger Greuther Fürth bat zum Topspiel in der Trolli Arena.

Franco Foda überraschte Fans und Experten mit einer gewagten Aufstellung. Da Alexander Ring zur finnischen Nationalelf gereist war und Ruben Jenssen auf seine Nominierung (Norwegen) verzichtete (in Einvernehmen mit dem Nationaltrainer Olson), rechnete man eigentlich mit dem Startelf-Debüt des Norwegers. Stattdessen brachte der Trainer aber Karl und Borysiuk im Zentrum. Der junge Pole hatte bis dahin überraschenderweise nicht mal im Kader gestanden. Kleinere Blessuren hatten den Stammspieler der letzten Saison zurückgeworfen. Karl und Borysiuk im defensiven Mittelfeld versprach Zweikampfhärte und wenig offensiven Esprit. Ariel Borysiuk mag von diesem Duo noch eher in der Lage sein, auch das Spiel nach vorne anzukurbeln.

Die Viererkette blieb unverändert und auf den Außenbahnen durften wieder Gaus und Matmour beginnen. Gerade Matmour hatte sich meiner Meinung nach nicht für weitere Auftritte in der ersten Elf empfohlen. Defensiv sehr solide, brachte er doch sehr wenig im Vorwärtsgang.

3-Tore-Mann Zoller, wiedergenesen nach einer Zehenprellung, fand sich auf der Bank wieder. Der im Pokal erfolgreiche Occean durfte neben Idrissou an seiner alten Wirkungsstätte stürmen.

Zwei Läufer, zwei klassische Abräumer und zwei sehr identische Stoßstürmer sollten also die mit zwei Siegen gestarteten Fürther überrumpeln. Auf den beweglichen Zoller wurde ebenso verzichtet, wie auf einen möglichen Spielgestalter Jenssen.

Die Partie begann recht zerfahren und man merkte beiden Teams an, dass zu diesem Zeitpunkt in der Saison noch nicht alles zusammenpasst. Kaiserslautern war aber spielerisch gefälliger und erzielte folgerichtig das 0:1 nach einem Eckball Matmours durch Kopfball Idrissou. Kurz darauf kassierten die Roten Teufel bereits den Ausgleich durch den giftigen Goran Sukalo. Einen Pass in den Rücken der Abwehr nutzte der sträflich freie Zsoltan Stieber zu einem Schussversuch, welcher dann von Sukalo ins Tor geköpft wurde. Bei dem Kopfball spielte die Betze-Elf fahrlässig auf Abseits, dass aber durch einen Spieler weit außen aufgehoben war. In der Folgezeit lief beim 1.FC Kaiserslautern nicht viel zusammen und echte Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware.

Die Fürther gewannen aber an Überlegenheit und setzten jene durch rigorose Zweikampfführung und Cleverness durch. Wer sich darüber beklagt, dass im heimischen Stadion Freistöße geschunden werden, der war wohl Anfang der 1990er Jahre nie auf dem Betzenberg. Die Kleeblätter agierten giftig und wurden auch für manch unsportliches Spiel bestraft. Tom Weilandt kassierte eine Gelbe Karte für den dilettantischen Versuch einen Elfmeter zu provozieren. Ich kann aber als FCK-Fan mit zwanzigjähriger Erfahrung andere Teams nicht dafür verurteilen, alles dafür zu tun, dass die eigenen Farben gewinnen. Schiedsrichterleistung hin oder her, die Statistik hat den FCK mit 24 zu 22 Fouls und 25 zu 24 Freistößen gegenüber den Hausherren. Da lässt sich für meinen Begriff schwerlich von Bevorteilung sprechen. Und wer Goran Sukalo vorwirft Mohamadou Idrissou absichtlich provoziert zu haben, der kann nun wirklich kein Beobachter der 2. Bundesliga sein. Idrissou nicht in Zweikämpfe zu verwickeln und ihn nicht zu attackieren wäre völlig kurzsichtig. Jeder Spieler und Trainer weiß doch, wie kurz die Zündschnur bei unserem Torjäger sein kann. Gelbe Karten sieht er für sein Einsteigen häufig, wobei er selten sich und den Gegenspieler schont. Es gehört zu einer cleveren Spielausrichtung und Erfahrung, dass man ihn durch kleine Nickeligkeiten aus der Fassung bringt. Das ist Sukalo und der SpVgg Greuther Fürth sehr gut gelungen. Axel Roos tat selbiges immer, wenn Martin Dahlin auf den Betze kam.

Ich kann also die vielen Reaktionen auf die Spielweise der Kleeblätter nicht nachvollziehen, am Betze spielte der FCK traditionell mit solchen Mitteln und kam oftmals erfolgreich damit durch. Fürth spielte Kaiserslautern nicht an die Wand, aber war giftiger, galliger und williger. Der 2:1 Siegtreffer durch Ognen Mudrinski (79. Minute) war unter diesen Umständen durchaus gerechtfertigt. Auch hier stimmte die Zuordnung nach einem Eckball nicht und der Neuzugang aus Belgrad kam ungedeckt zum Kopfball, welcher für Torhüter Tobias Sippel sehr spät zu sehen war.

In den letzten vierzehn Minuten verpasste es der FCK spielerische Mittel gegen die kämpfende Heimmannschaft zu finden. Auch die späten Einwechslungen von Drazan, Zoller und Kevin Stöger brachten nicht mehr den erhofften Effekt. Zum Ende war es ein ungefährdeter Heimsieg für von Frank Kramer trainierten Franken.

Nun ist es durchaus möglich in Fürth zu verlieren, aber die taktischen Maßnahmen von Franco Foda waren zum Haareraufen. Keinerlei Kreativität im Zentrum und die Zwillinge Occean/Idrissou in der Spitze brachten genau das, was sie versprachen. Die zwei Abräumer räumten ab, taten aber sehr wenig für die spielerische Linie. Die Außenspieler fanden kaum statt, auch weil sie sehr wenig eingesetzt wurden. Wer sollte die zwei schnellen Spieler auf bedienen?

Im Sturm standen sich die zwei „Türme“ ständig auf den Füßen und man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass dieses Duo gegen bessere Gegner keine Zukunft hat. Der agile und bewegliche Zoller fehlte als Anspielstation und seinen Lauf mit 3 Toren aus den ersten 2 Spielen unterbrach Foda gekonnt. Die Verletzung war laut Vereinsangaben bereits abgeklungen und Zoller spielte auch unter der Woche im Testspiel gegen die SV Viktoria Herxheim (1 Tor Zoller).

Ruben Jenssen muss sich seinerseits auch etwas veräppelt vorkommen. Zeigte er doch Initiative und rückte von seiner Nominierung zum Freundschaftsspiel-Klassiker gegen Schweden ab, hockte der pass-sichere Mittelfeldspieler in Fürth auf der Bank. Egal welche taktische Marschroute Foda sich überlegt haben mag, das war definitiv kein gutes Zeichen an den Norweger. In der Vergangenheit wurden Spieler wie Fortounis und Borysiuk für ihre Länderspielreisen vom Trainer kritisiert, jetzt dankt es Foda Jenssen mit der Nichtberücksichtigung. Man kann immer argumentieren, dass der Spielverlauf eine Einwechslung verhinderte oder der Plan für das Spiel anders aussah, aber gerade ein offensiver Mittelfeldakteur in der Zentrale fehlte an allen Ecken und Enden. Jenssen soll laut Beschreibung so jemand sein.

Wie jeden anderen FCKler ärgert mich diese unnötige Niederlage auch, aber auf der anderen Seite bin ich darüber beruhigt, dass man früh in der Saison einen Denkzettel verpasst bekam. Wer wiederholt spielerisch so dürftig auftritt, hat auch keine Punkte verdient. Ich hoffe Foda sieht das ein und verbannt diese Aufstellung in den „gescheiterte-Ideen“ Keller. In den Medien und anderen Fanportalen wurde mir für meinen Geschmack viel zu positiv über die bisherigen Leistungen berichtete und diskutiert, wobei ich keine größeren Verbesserungen zum ideenlosen Spiel der letzten Saison erkennen konnte. Niemand will ein Besserwisser sein, es geht nur um das Wohl des Clubs. Foda sollte sich dabei genau überlegen wie er aufstellt und mit Spielern umgeht, sonst endet diese Aufstiegsmission schneller als es den Fans und Verantwortlichen lieb sein sollte. Wer dann auch noch an den Sky-Mirkofonen von einer „sehr, sehr guten Leistung in der 2. Halbzeit“ spricht, der hat diese Meinung exklusiv. Bei weiteren Auftritten dieser Art, wird bald wieder von „Schönfärber“ Foda die Rede sein. Hoffentlich kann man diese Leistung um Spitzenspiel richtig einordnen, denn es ist noch nichts verloren. Lernfähigkeit darf man niemandem absprechen. Ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit!

Da ich in den kommenden drei Wochen im Urlaub bin, wird man erst danach wieder etwas von mir hören.

In diesem Sinne

Euer Stehgeiger

Werbeanzeigen

Zoller UNSER! Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss – Kommentar zum FCK

Der 1. FC Kaiserslautern hat die ersten beiden Spiele in der 2. Bundesliga hinter sich gebracht. Am ersten Spieltag wurde der SC Paderborn auswärts mit 0:1 besiegt und am heutigen Freitag kam der Gast FC Ingolstadt 04 mit 3:1 unter die Räder.

Sechs Punkte aus zwei Spielen bei 4:1 Toren hören sich nicht schlecht an. Von den nackten Zahlen her ein gelungener Auftakt des FCK. Ein Neuzugang sorgte besonders für Furore, der aus Osnabrück gekommene Stürmer Simon Zoller. Der vom Kicker zum besten Stürmer der abgelaufenen Drittligasaison gewählte Mann, sorgte mit 3 Toren aus den ersten beiden Spielen für Freude bei Fans und Verantwortlichen. Der 22jährige erinnert mit seiner Spielweise an Jürgen „Flipper“ Klinsmann. Bei der Ballverarbeitung hat er deutliche Schwächen, vor dem Tor ist er umso cooler. Seine Auftritte machen die schwere Knieverletzung von Kapitän Albert Bunjaku vergessen.

Zoller UNSER! In Rom bei den Laziali heißt es „Klose mit uns“, die Roten Teufel könnten sich an das „Zoller UNSER“ gewöhnen. Behält er seine Kaltschnäuzigkeit bei, könnte Zoller ein sehr wichtiger Baustein auf dem Weg zurück in die erste Bundesliga werden.

Neben Zoller fanden sich auch Alexander Ring, Marcel Gaus und Karim Matmour als Neuzugänge in der Startelf. Der junge Finne Ring überzeugte mit Schnelligkeit und fußballerischen Ideen. Es fehlt ihm noch die Anbindung zu den Mitspielern, aber was er technisch andeutet, könnte für den 1. Kaiserslautern in Zukunft sehr hilfreich sein. Gaus bearbeitete die linke Seite und konnte im Spiel gegen Ingolstadt den ersten Assist verbuchen. Durch eine Verletzung kurzweilig in der Vorbereitung zurückgeworfen, hat Gaus noch deutlich Luft nach oben. Der Ex-Frankfurter lässt aber eine gesunde Attitüde erkennen und bringt eine hohe Grundschnelligkeit mit. Im Tandem mit Linksverteidiger Chris Löwe gefällt mir Gaus ganz gut.

In den deutschen Sportmedien gibt es momentan nur ein Thema: Die Bayern und Pep Guardiola. Der Welttrainer verblüfft und verzückt Beobachter zugleich mit seinen taktischen Kniffen und Positionsspiel. Lahm im Mittelfeld, falscher 9er und Thiago auf der 6. Dabei wird verkannt, dass in Kaiserslautern auch ein „Pep“ unterwegs ist. Franco „Pep“ Foda-Guardiola. Der knorrige Übungsleiter überrascht mit seiner Aufstellung mindestens so viele Fans, wie der große Pep. Mit Neuzugang Karim Matmour wurde anscheinend ein astreiner Rechtsverteidiger geholt, der mit Pferdelunge Dick die Seite komplett zementiert. Matmour zeichnete sich bis jetzt darin aus, dass er unermüdlich nach hinten arbeitet und seine Offensivbemühungen ähnlich wie bei seinem Partner verpuffen. Dadurch wird das Spiel des FCK sehr linkslastig, worüber sogar Gregor Gysi staunen muss. Dieses Pärchen auf der rechten Seite versprüht ungefähr so viel Esprit, wie Franco Foda bei einer Pressekonferenz. Hatte man von Matmour mehr erwartet und bleibt er nur unter seinen Möglichkeiten? Oder ist das ein taktischer Kniff von Foda, um den Gegner einer offensiven Waffe zu berauben. Wie immer, der Erfolg gibt ihm recht.

Überraschend fanden auch Spieler wie Ariel Borysiuk, Dominique Heintz und Konstaninos Fortounis nicht den Weg auf den Platz bzw. in den Kader. Fortounis wurde Trainingsrückstand attestiert und Borysiuk hatte Magen-Darm. Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist im Vergleich zur vergangenen Saison ungleich höher. Ring, Jenssen, Karl, Borysiuk, Zellner, Alushi (wenn wiedergenesen), de Wit, Azaouagh und Kevin Stöger können alle irgendwo von den Positionen 6 bis 10 spielen. Bei de Wit und Azaouagh deutete der Kicker mögliche Luftveränderungen an. Wir werden sehen. Bei Dominique Heintz sieht die Lage anders aus. Er hat sich von seinem Kollegen Willi Orban den Rang ablaufen lassen. Orban, der im letzten Jahr noch häufiger im defensiven Mittelfeld agierte (Relegation gegen Hoffenheim, wieder so ein Guardiola), überzeugte durchaus als Innenverteidiger neben Jan Simunek. Da Foda mit ziemlicher Sicherheit ein abergläubischer Kauz ist, wird es wenige Veränderungen zum nächsten Spiel geben.

Zurück zu den bisherigen Spielen. Gegen Paderborn waren drei Dinge erstaunlich. Erstens, wie kalt Zoller vor dem Tor ist. Zweitens, wie gut Florian Sippel gehalten hat. Und Drittens, wie schwach die Teufel phasenweise agierten. Auch beim SCP hätte das Ergebnis deutlicher ausfallen können, aber Idrissou und Olivier Occean ließen gute Chancen liegen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man das Spiel gegen Ingolstadt gesehen hat. Phasenweise war der FCK stark und kontrollierte das Geschehen. Was Foda an den Sky-Mikrophonen als „brutale Geschwindigkeit im Umschaltspiel“ bezeichnete. Er erkannte aber auch, dass jeweils nach einem Treffer das Team komplett den Faden verlor. So arg wie gegen Paderborn musste zu Hause gegen die Schanzer nicht gezittert werden, aber es war erstaunlich wie weit sich die Lautrer zurückzogen. Ein gut ausgespielter Konter über Dra(ht)za(h)n (Hilfestellung bei der Aussprache) und Mo Idrissou reichte dann für den Knockout kurz vor Schluss.

Bis dahin waren die Männer in Rot arg passiv und überließen dem Gegner weitestgehend das Mittelfeld. Die Truppe von Marco Kurz konnte sich zwar nur wenige Chancen erspielen, aber durfte immer wieder durch Freistöße nahe des 16ers gefährlich werden. Eigentlich ein Tabu, im Profifußball so viele Fouls nahe des eigenen Strafraums zu begehen. Sippel und den unbeständigen Schützen sei Dank, passierte nichts weiter. Auch wenn es in diesem Jahr keinen Ronny in der 2.Bundesliga gibt, dürfte das gegen bessere Gegner zum Problem werden.

Ich möchte nicht zu viel meckern und unterdrücke die „Ratte“ in mir. Zwei Siege und sechs Punkte sind extrem wichtig und ein gutes Zeichen. Natürlich hapert es noch, aber man sollte der neu-formierten Truppe etwas mehr Zeit geben. Paderborn und Ingolstadt waren jetzt noch keine wirklichen Prüfsteine, was den Aufstieg betrifft. Man darf gespannt sein, wie sich das Team in den nächsten Wochen verhält und was für eine Stammelf sich herausbildet. Möglichkeiten hat Foda in dieser Saison viele und das Transferfenster ist noch offen. Ein gutes Pferd spring nur so hoch es muss! Aber wie hoch kann dieses rote Pferd eigentlich springen? Nicht dass es sich plötzlich umdreht und mit dem Schwanz eine Fliege…lassen wir das!

In diesem Sinne

euer Stehgeiger

Nachtrag zur Kaderanalyse – 1.1

Jakub Swierczok wird den 1. FC Kaiserslautern wieder verlassen. Polnischen Medienberichten zu Folge wird „Kuba“ wieder nach Polen verliehen.

http://www.90minut.pl/news/214/news2149833-Jakub-Swierczok-przeszedl-testy-medyczne-w-Ruchu-Chorzow.html

Ruch Chorzow wird den Stürmer sehr wahrscheinlich für ein Jahr leihen, mit Kaufoption.

Das wird die meisten FCK-Fans kaum interessieren, denn außer ein paar Einsätzen in der Abstiegssaison und in der U-23 (mit einem fantastischen Tor gegen TuS Koblenz), durfte er nicht viel zeigen.

Ich möchte aber an diesem Beispiel aufzeigen, wie unstrukturiert manchmal beim FCK gearbeitet wird. Jakub Swierczok kam in der Winterpause der Saison 2011/12 zum 1. FC Kaiserslautern und war nur Insidern des polnischen Fußballs bekannt. Er hatte eine gute Torquote in der zweiten polnischen Liga und wurde vom 1. FC Kaiserslautern für 420.000 € gekauft. Ausgestattet wurde der damals gerade 19-jährige Stürmer mit einem Vertrag bis 2015.

Er begann seine Saison beim FCK in der Startelf gegen Werder Bremen und durfte von sechs Spielen, drei mal von Beginn an auflaufen. Im gelang kein Tor oder eine Torbeteiligung. Wenngleich er gerade in seinem ersten Spiel gegen Werder tolle Ansätze zeigte und frech aufspielte. Danach kam das junge Talent nur noch in der U-23 zum Einsatz, wo er in 9 Spielen 3 Tore und 2 Vorlagen verbuchen durfte.

Und damit endet seine FCK-Geschichte auch schon. Zu Beginn der neuen Saison in der 2. Bundesliga wurde er zu Piast Gliwice verliehen und gleich im ersten Pflichtspiel verletzte er sich schwer. Eine Kreuzbandverletzung machte es ihm unmöglich, weiterhin Spielpraxis zu sammeln, wie von den Lautrer Verantwortlichen angedacht. Foda hatte ihn gewogen und als zu leicht empfunden.

Nach auskurierter Verletzung berichteten Polen-Experten in verschiedenen Foren, dass er gerne nach Kaiserslautern zurückkehren möchte und sich ins Team spielen will. Ich hatte ihn für U-23 auf dem Zettel und möglicherweise, auch nach der heftigen Auszeit, als Kaderspieler in der ersten Mannschaft. Dazu wird es nicht mehr kommen, obwohl Stefan Kuntz den jungen Mann den Fans als großes Talent anpries. Da musste man reagieren, um ihn vom Markt zu nehmen. In ein paar Jahren sei so einer viel zu teuer für den FCK. All diese Überzeugung scheint dahin, da man ihn jetzt mit einer Kaufoption zurück in die Heimat verliehen hat. Wie kann man in 1,5 Jahren und nicht mal 10 Spielen für die erste Mannschaft sagen, all das Potential ist scheinbar nicht vorhanden?

Ich wundere mich ehrlich darüber, wie man so eine Entscheidung fällen kann. Es ist logisch, dass er nach den Verpflichtungen von Zoller und Occean sehr geringe Chancen auf einen Platz unter den Top 25 Spielern des 1. FC Kaiserslautern hatte. Trotzdem wäre er eine logische Option für die U-23 gewesen. Zumal man ihm einen langfristigen Vertrag gab. Eine Entwicklung wird ihm jetzt nicht mehr zugestanden, denn selbst wenn er für Ruch Chorzow wie am Fließband trifft, wird man ihn nicht mehr am Betze sehen. Dafür hat der polnische Club die Kaufoption. Selbst wenn jener Club die Option nicht bedienen könnte, aus finanziellen Gründen, würden sie es doch tun und den Spieler gleich weiterverkaufen.

Welchen Gewinn erhofft sich der FCK von solch einem Geschäft? Es klingt alles danach, als wollte man den Spieler loswerden. Durch die Verletzung und eine Saison ohne Spielpraxis war kein Markt für ihn gegeben. Kein Verein der Welt hätte Geld für ihn gezahlt, dass auch nur annähernd die Ablöse und Gehaltskosten wieder einbringt. Nun erhofft man sich eine Leistungsexplosion, an der der FCK nur noch finanziell partizipiert. Wäre auch nachzuvollziehen, wenn Kuba die Lohnliste dermaßen belasten würde, dass Kuntz in Bedrängnis geriet. Jenes Szenario ist aber schwer vorstellbar, leistet man sich mit Bunjaku, Idrissou und Occean gleich drei 2.Liga-Schwergewichte für den Sturm.

Das Scouting und das Handeln des Vorstandes (Kuntz) ist mir in diesem Falle einfach zu trainerabhängig. Auch wenn Foda den Spieler vielleicht nicht schätzt, wer weiß wie lange er noch Trainer bleibt. Immerhin hat man Swierczok vertraglich verpflichtet, was auch für den Verein einen Vertrauensvorschuss wie auch eine Verpflichtung bedeutet. Bei den ersten Problemen gleich die Segel zu streichen, klingt für mich wenig mittelfristig gedacht.

Was ist, wenn der Stürmer in Polen kein Bein auf den Boden bekommt und kein Interesse besteht die KO zu ziehen? Dann hat man ihn wieder zum kommenden Sommer im Kader und darf sich die Finger wund telefonieren. Wo ist das Vertrauen in sein Potential/Talent geblieben?

Was erhoffte man sich eigentlich von ihm? Man konnte doch nicht ernsthaft davon ausgehen, dass ein Teenager, der kurz vor dem Transfer sein 19 Lebensjahr erreicht, den FCK in seiner damaligen Situation in der Liga hält. Ich dachte es sei ein Vorgriff gewesen, damit man nicht irgendwann keine Chance mehr hat um Jakub Swierczok zu bieten? Der Stehgeiger ist verwirrt.

Franco Foda befand ihn gar für die 2.Bundesliga zu schlecht, was schwer bestreitbar ist. Und selbst dann hätte man ihn in der U-23 auflaufen lassen können, damit er sich an das Land und die Sprache gewöhnt, als ihn direkt zurück in die Heimat zu schicken, wenn auch eine Liga höher.

So schnell sinken und steigen die Aktien beim 1. FC Kaiserslautern. Ich bin der Meinung diese Geschichte wirft ein schlechtes Licht auf das Scouting, das Trainerteam und den Vorstand. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass er uns vielleicht in diesem Jahr und nach der langen Verletzung nicht weitergeholfen hätte, aber wozu hat man eine U-23?

Schlüssig wäre die ganze Sache nur, wenn Swierczok ein absolut chaotischer Charakter wäre, der sich partout nicht in ein Team integrieren lässt. Dazu müssten Sachen neben dem Fußballplatz vorgefallen sein, die ihn als Spieler am Betze disqualifizieren. Davon hörte man bis dato nicht. Auch dann müsste sich die Scoutingabteilung unter Fehse den Schuh anziehen, denn wozu hat man heute zahlreiche Informationen über die Spieler, auch was ihr Verhalten und das Privatleben angeht. Niemand legt sich mehr ein faules Ei ins Nest, wenn der sportliche Gewinn nicht gegeben ist. Dafür sind die Spieler heutzutage einfach zu gläsern. Vereine sammeln nicht mehr nur sportliche Daten, sondern ganze Persönlichkeitsprofile über die Spieler.

Weiterhin wäre ein mögliches Szenario, dass er nach seiner Verletzung an der Sportinvalidität kratzt, was der medizinische Check bei Chorzow zeigen wird.

Der Stehgeiger wünscht Jakub „Kuba“ Swierczok alles Gute. Egal wie der Fall liegt, der 1. FC Kaiserslautern versucht sein Investment zu schützen und mich beschleicht das Gefühl, dass man dabei einen Fehler begangen hat. So oder so.

In diesem Sinne

Euer Stehgeiger

Post für Stefan vom Stehgeiger

1.FC Kaiserslautern e.V.

zu Händen Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz
Fritz-Walter-Str. 1
67663 Kaiserslautern

Fragen zur abgelaufenen Saison sowie Vorschläge

Sehr geehrter Herr Kuntz,

vorab möchte ich betonen, dass es sich bei meinem Anschreiben nicht um irgendwelche irregeleiteten Beschimpfungen oder respektlosen Anmerkungen halten wird.

Falls Sie die Zeit erübrigen können die folgenden Zeilen zu lesen, steigen Sie in meiner Gunst noch in unerreichte Höhen. Ich muss dazu sagen, dass ich Sie als kleiner Junge auf dem Betze habe spielen sehen und sofort ein Idol hatte. Ihre Leistungen mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 1996 in England und Ihre Rückkehr zum 1. FC Kaiserslautern, sowie Ihr Engagement seit 2008 nötigen mir den allerhöchsten Respekt ab. Ich bin sehr dankbar dafür, dass Sie die Geschicke beim FCK leiten.

Die abgelaufene Saison war für viele Fans und sicherlich auch Verantwortliche eine Enttäuschung. Natürlich darf man argumentieren, dass in der Relegation das gesetzte Ziel Aufstieg nur denkbar knapp verfehlt wurde. Aber die Art und Weise wie man den dritten Platz in der 2. Bundesliga erreicht hat und sich dann gegen die TSG 1899 Hoffenheim präsentierte geben mir Anlass zur Sorge.

Unter dem neuen Trainer Franco Foda wurde, auch auf Grund von Verletzungen (Enis Alushi, Markus Karl) ein wirklich unansehnlicher Fußball gespielt. Gerade die Rückrunde, abgesehen von den wichtigen Siegen gegen den 1. FC Köln und den FSV Frankfurt, boten spielerische Magerkost. Alle Last des Spielaufbaus lag bei Alexander Baumjohann und andere Kreativspieler waren mutmaßlich indisponiert. Es wurde, wie man es bereits unter Milan Sasic kannte, das Heil in langen Bällen auf Stürmer Idrissou gesucht. Gegen eine individuell stark besetzte und clevere Truppe wie Hoffenheim fand der FCK-Aufstiegszug seine Endstation. Aber auch schon gegen vermeintlich schwächere Gegner im Ligabetrieb tat man sich schwer.

Ich hoffe, wie viele weitere Fans, dass das Trainerteam um Franco Foda für die neue Saison eine andere Herangehensweise plant. Denn der antiquierte Fußball, den der FCK in großen Teilen der Saison bot treibt die Fans aus dem Stadion und in die Verzweiflung. Ich möchte betonen, dass ich nicht an der Kompetenz von Foda zweifle, mir steht es gar nicht zu jene einschätzen zu können, aber wie Sie wissen besteht Deutschland aus 81.000.000 Bundestrainern und der 1. FC Kaiserslautern hat Millionen „Trainer“ unter seinen Anhängern.

Jeder Anhänger hat seine eigenen Gedanken zum 1. FC Kaiserslautern und mir wurde in zahllosen Gesprächen mit Gleichgesinnten empfohlen, jene Gedanken doch mal vorzutragen bzw. für die Verantwortlichen offen zu legen.

Es wäre für die langfristige Zukunft des Vereins wichtig, wenn der FCK eine Spielidee entwickeln könnte, die auch unabhängig vom jeweiligen Personal funktioniert. Damit meine ich insbesondere ein fixiertes Positionsspiel, das angefangen in den Jugendabteilungen Einzug findet. So wäre gewährleistet, dass unabhängig vom jeweiligen Talent und Interpretation der Spielrolle, Spieler aus dem eigenen Unterbau die Anforderung der „Kampfmannschaft“ kennen. Ich begrüße die Entscheidung mit Konrad Fünfstück einen fähigen Koordinator und Trainer an dieser wichtigen Schnittstelle zu platzieren. Seine Leistungen mit der U-23 waren ganz hervorragend, formte er die Truppe binnen kürzester Zeit zu einem Aufstiegsaspiranten. Ganz gleich wie die Saison für die zweite Mannschaft dann zu Ende ging, jene Entwicklung darf man durchaus als Erfolg werten. Junge Leute wie Jan-Lucas Dorow oder Jean Zimmer darf man auf dem Zettel haben, geht es darum die Positionen der Rollenspieler bei der ersten Mannschaft zu besetzen.

Spieler aus dem eigenen Unterbau/Jugendabteilung müssen die Zukunft für den 1. FC Kaiserslautern bilden. Man sieht es bundesweit, wie „Talente“ spielerische Impulse geben und mit möglichen Ablösen dem Verein helfen. Auch andere Vereine mit wirtschaftlich schwierigen Positionen, konnten in der Vergangenheit auf Eigenmaterial aus der Jugend bauen und stabilisierten sich in der Folge. Hierbei dürfen Erfolge auch klarer nach Außen hin kommuniziert werden. Ich war beispielsweise beim Halbfinalspiel des DFB-Jugendpokals in Mönchengladbach und war sehr angetan von der Leistung der A-Jugend (U-19). Aber nur die wenigsten Fans wissen etwas über jene Erfolge. Bedenkt man die komplizierte Situation in der Vergangenheit, sind die jüngsten Triumphe der U-19 schon bemerkenswert. Hier kann der FCK mehr tun, als nur einen lieblosen Artikel auf der Homepage zu veröffentlichen. Für die Außendarstellung kann das nur von Vorteil sein. Auch waren die jungen Fohlen besser repräsentiert (Königs, ter Stegen, Heimeroth, Herrmann), was natürlich auch an der Ansetzung (Heimspiel) lag. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die jungen Leute das Gefühl haben, in Schlagdistanz zum Profidasein zu arbeiten. Mit Florian Dick als Pate der U-19 ist ein richtiger Schritt gemacht. Ein Vollprofi und Identifikationsfigur für viele Fans des FCK.

Durchlässigkeit ist ein weiteres Thema, dass im Zusammenhang mit der Jugendarbeit häufig fällt. Ich bin mir bewusst, dass gerade die Förderung der eigenen Jugend komplex ist und von vielen Faktoren abhängt. Es wird nicht gelingen, jeden hoffnungsvollen Spieler in den Profibereich zu integrieren, aber die Bemühungen sollten klar erkenntlich sein. Die Fans sehnen sich nach erfolgreichen Eigengewächsen und sind sich deren Bedeutung durchaus bewusst. Am Thema Jugendarbeit kommt man in Deutschland, auch auf Grund der medialen Berichterstattung, kaum vorbei. Spieler wie Mario Rodriguez, Halil Hajtic, Marcell Öhler, Manfred Osei-Kwado, Florian Pick und Michael Schindele uvm könnten das Potential besitzen, zukünftig Profis beim FCK zu werden. Ich hoffe man befindet sich vor allem mit Rodriguez und Hajtic in Gesprächen über mögliche Verträge. Gerade Hajtic verkörpert einen Spielertyp, der im Profibereich fehlt. Ob es nun zu einer Karriere kommen sollte, steht auf einem anderen Blatt und hängt mit zahlreichen Unwägbarkeiten zusammen. Das Risiko ist aber kalkulierbar und nach Außen hin leicht zu rechtfertigen. Die vielen Neuzugänge in den letzten 3 Jahren sind dagegen, sieht man wer noch sportliche Relevanz für den 1. FC Kaiserslautern besitzt, manchmal schwerlich zu verteidigen. Gerade wenn die sportliche Habenseite dann unbefriedigend ausfällt.

Natürlich muss man Leistungen im Jugendbereich in der richtigen Relation sehen. Das altbekannte Dogma, dass der FCK keine Ausnahmetalente internationalen Kalibers hat, gilt da nicht. Spieler wie Hajtic können sich nur auf der Bühne präsentieren, die ihnen gegeben ist. Wer so eine herausragende Torquote erzielt und auch gegen höherklassige Gegner heraussticht, verdient Beachtung. Man muss schließlich auch mit dem Material arbeiten, dass man hat. Jeder darf vom nächsten Götze oder Goretzka träumen, aber in der Realität sollte gerade die Durchlässigkeit jene belohnen, die etwas leisten. Unabhängig davon, ob es in der A-Jungend Bundesliga ist oder der Regionalliga.

Ohne gänzlich dem Jugendwahn zu verfallen, ist es wichtig einige Kaderplätze für Talente anzubieten. Der aktuelle Kader der Mannschaft in der 2.Bundesliga wirkt etwas aufgebläht. Mit den Rückkehrern von Leihgeschäften, feststehenden Abgängen, neuen Spielern und unvorhersehbaren Entwicklungen wartet eine wahre Herkulesaufgabe auf Sie Herr Kuntz. Sie haben das Thema vor einiger Zeit selbst angeschnitten und heute brennt es vielen FCK-Fans auf der Seele: der Sportdirektor/Manager.

Sie erfüllen im Moment einen riesigen Aufgabenbereich, den sicherlich nicht jeder so gut bedienen könnte. Ich will Ihnen weder etwas von ihrer Kompetenzfülle in Abrede stellen, noch ihre sportlichen Entscheidungen kritisieren. Aber ein Sportdirektor könnte sie erheblich entlasten und ein eigenes Netzwerk mitbringen, wovon der Verein profitiert. Auch das öffentliche Fadenkreuz im Falle von Misserfolgen, liegt vornehmlich bei Ihnen. Was ich im Übrigen sehr unfair finde. Für Ihre eigene Position und die des Vereins wäre eine professionelle Strukturänderung in Form eines Sportdirektors sehr wichtig. Ein Triumvirat um Trainer, Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor könnte bei zukünftigen Entscheidungen hilfreich sein. Gerade im Transferbereich, wo eigentlich jeder Schuss sitzen muss auf Grund der finanziellen Lage, könnte ein zusätzlicher Fachmann helfen.

Natürlich spielt die Kostenfrage eine Rolle und kompetente Leute wachsen nicht auf Bäumen. Trotzdem ist es dem Gros der Fans leicht zu erklären, wenn man eine strategische Position besetzt, anstatt einen potentiellen Leistungsträger zu verpflichten, auch in Liga 2. Vielleicht findet sich auch jemand in den eigenen Reihen und der Wert bemisst sich nicht kurzfristig, sondern langfristig. Auch muss klar sein, dass es mit der Hilfe eines sportlichen Entscheidungsträgers nicht sofort auf dem Platz besser läuft.

Wo ich gerade bei dem Personal aus den eigenen Reihen bin, kann ich die Arbeit von Gunther Metz gar nicht genug loben. „Magic Metz“ liefert seit einiger Zeit tolle Erfolge, selbst wenn der DFB-Pokal wie einst die Deutsche Meisterschaft nicht gewonnen werden kann. In Zukunft, damit möchte ich explizit nicht über eine etwaige Ablösung Franco Fodas sprechen, wäre es wünschenswert wenn ein Trainer wie Metz auch in die Konversation um einen Nachfolger als Cheftrainer der ersten Mannschaft aufgenommen wird. Vielleicht geschieht das intern sogar, aber nach Außen dringt nichts. Andere Vereine sind hier Vorbild, Trainer aus der eigenen Schmiede zu installieren. Gerade solche die im Jugendbereich erfolgreich sind, liegen aktuell im Trend. Auch hier muss der Gefragte eine Veränderung wollen, aber selbst der Anreiz dürfte Motivation für andere junge Trainer beim FCK sein.

Um diese vielen Zeilen abzuschließen, möchte ich noch ein Thema erwähnen. Oftmals wird im Fußball die Bedeutung von Teamgeist und Psychologie unterschätzt. Mannschaften mit einem tragenden Gerüst von Spielern, ergänzt durch Zukäufe und Talente, mischen den Profifußball auf.

Auch Gruppen die ein tragisches oder knappes Ereignis zusammen durchstanden haben, bilden neuen Zusammenhalt. Da entstehen Bindungen, die kein Mannschaftsabend oder Teambuilding kopieren kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die TSG 1899 Hoffenheim in der kommenden Saison eine gute Rolle in der Bundesliga spielen wird und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen kann. Auch hier hat der FCK durchaus Nachholbedarf. Ich konnte zum Beispiel keinerlei Informationen darüber finden, ob der Verein Psychologen konsultiert bzw. beschäftigt. Die Rolle der Psychologie in modernen Gruppen hat sich rapide verändert. Selbst in der Wirtschaft beschäftigen Konzerne solche Spezialisten und auch der ein oder andere Fußballverein nimmt solche Dienstleistungen in Anspruch. Gerade verletzte Spieler oder Leute mit sportlich vager Perspektive könnten solche Anlaufstellen gebrauchen. Das Teamklima kann über viele spielerischen Defizite hinweg retten. Eine Einheit zu formen ist mal wieder nicht so leicht, wie es sich schreibt. Aber die unterstützenden Strukturen darf man bereit stellen.

Das Heimspiel gegen die TSG 1899 aus Hoffenheim zeigte den FCK von seiner besten Seite. Die Fans besangen den Verein auch in der Niederlage bis zur letzten Sekunde. Ich bin darüber sehr froh und habe mehrere Aufrufe an Anhänger gestartet, damit es zu keinerlei Schmähung, Vandalismus oder Hooligan-Aktivität kommt. Nur darf man aus Vereinsseite diese Solidarität nicht verwechseln. Der Großteil der Menschen, die dort sangen und „support“ lieferten taten das nicht einzelnen Personen gegenüber, auch wenn die Mannschaft profitiert, sondern nur für den Verein. Dieser Club repräsentiert und kulminiert so viele Erinnerungen und Emotionen, dass jene völlig unabhängig vom Tagesgeschehen existieren. Den FCK tragen so viele Menschen im Herzen, dass sie dem Verein die Treue halten egal wer da das Trikot trägt und wer die Entscheidungen trifft. In dieser Hinsicht ist der 1. FC Kaiserslautern mehr als ein Club und kommt eher einer Religion oder Sekte gleich. Damit möchte ich zum Schluss noch einmal zur spielerischen Leistung der Mannschaft über die Saison und die Relegation kommen. Die Leistung wurde von den singenden Massen keinesfalls honoriert, höchstens der Einsatz. Das „Wie“ hat viele Fans verärgert und wäre selbst im Erfolgsfall zweifelhaft gewesen. Darum wünsche ich mir, dass Sie die kommende Saison auch als Chance sehen, noch einen Schritt in die Zukunft zu machen. Jeder wäre gerne aufgestiegen, aber mit einer gewachsenen Struktur und einem klar kommunizierten Plan.

Ich verbleibe als Verehrer des Vereins und Ihrer Person.

Mit freundlichen Grüßen

Stehgeiger

Post für Stefan! Einige Leute inspirierten mich endlich meine „Vorschläge“ mal zu präsentieren. Und da ist das Ding! Die Antwort wird umgehend veröffentlicht.

Es wird eng in der Mitte – Kaderplanung für die Saison 2013/2014

Die U-19 des 1. FC Kaiserslautern verlor das DFB-Junioren Pokalfinale in Berlin mit 0:1 gegen den 1. FC Köln. Das Spiel war auf Sport1 zu sehen und ich hoffe, dass so mancher FCK-Fan eingeschaltet hat, um sich ein Bild von den Talenten zu machen. Tragischerweise waren fast alle Leistungsträger der Vorrunden und des Ligabetriebes nicht gerade in großer Form.

Hajtic, Rodriguez und auch Salinger spielten weit unter dem, was sie in vorangegangenen Partien gezeigt hatten. Dem jungen Torwart unterlief ein Fehler beim Herauslaufen, assistiert durch die schwache Abwehr vom eingewechselten Antonaci, welchen die Domstädter nutzen um die Führung zu erzielen. Danach war es ein munteres Spiel, wobei dem FC in der 2. Halbzeit mehr gelang. Die Chancen zum Ausgleich waren da, Halil Hajtic vergab zwei mal in aussichtsreicher Position.

Jetzt gilt die volle Konzentration der Aufstiegsrunde gegen die Offenbacher Kickers. Gerüchten zu folge steht Stefan Kuntz in Verhandlungen mit Halil Hajtic und Mario Rodriguez Jr. Vielleicht sieht man die zwei Jungs im Trainingslager schon wieder. Kapitän Michael Schindele hat bereits einen Vertrag und wird voraussichtlich für die U-23 Mannschaft auflaufen. Viele andere talentierte Kicker wie Salinger, Pick, Osei-Kwado und Kyere-Mensah könnten noch ein weiteres Jahr A-Jugend spielen, was ihrer Entwicklung nicht schaden dürfte. Besonders wenn der FCK es zurück in die U-19 Bundesliga schafft.

Es kursieren viele Transfergerüchte rund um den Betzenberg. Feststehende Abgänge sind wohl Erwin Hoffer (SSC Neapel) und Mitchel Weiser (zurück zum FC Bayern München), mit beiden plant man nicht mehr. Weiterhin ist der Vertrag von Alexander Baumjohann abgelaufen, welcher mit Hertha BSC, Hannover 96 und dem FC Augsburg in Verbindung gebracht wird. Bereits verabschiedet sind Chadli Amri und Matze Abel (beide Ziel unbekannt).

Außerdem scheint der SV Sandhausen an einer Verpflichtung von Denis Linsmayer interessiert zu sein, vermeldet bei www.transfermarkt.de.

Der Rückkehrer Richard Sukuta-Pasu (Sturm Graz) hat wohl auch einige Angebote aus der zweiten Bundesliga vorliegen. Unter anderem soll der VfL Bochum und der Karlsruher SC seine Fühler ausgestreckt haben. Foda hatte in der Vergangenheit betont, dass man Sukuta-Pasu nicht abgeben wolle, nach einer Hinrunde mit 10 Toren für die Grazer. Es kamen aber nur zwei weitere Tore dazu und im Sturm herrscht ein Überangebot. Ich könnte mir einen Verkauf gut vorstellen, da Sukuta-Pasu auch in Österreich nicht zweifelsfrei seine Klasse nachweisen konnte.

Ein weiteres prominentes Gesicht kehrt aus dem Mutterland des Fußballs zurück. Itay Shechter, einst „Königstransfer“ und Ersatz für Srjdan Lakic, konnte bei seiner Leihe in der englischen Premier League keine Ausrufezeichen setzen. Für Swansea City kam er nur auf ein mageres Tor und eine Vorlage in 18 Einsätzen. Die Waliser haben keine weitere Verwendung für den sechsundzwanzigjährigen Israeli. Insider aus Israel berichten bei www.transfermarkt.de, dass drei große Vereine aus der heimischen Liga Shechter wollen. Eine mögliche Ablöse soll sich im Bereich von 1 Million € bewegen. Ich denke das Kapitel Shechter wird vom 1. FC Kaiserslautern beendet, denn er konnte weder in der 1. Bundesliga, noch der englischen Eliteklasse sein Können zeigen. Mit der spekulierten Ablöse muss man sich aus FCK-Sicht wohl abfinden, denn Shechter betrieb keine Marktwertsteigerung. Die 2,5 Millionen € die man einst für ihn zahlte, wird man leider nicht mehr wieder sehen. Da noch keine offiziellen Gerüchte nach Außen gedrungen sind (Printmedien, Internet etc.), kann es auch sein, dass Itay zum Betze zurückkehrt. Vielleicht kann er in der zweiten Liga überzeugen, aber man muss sich fragen, ob a) Shechters Gehalt zu zahlen ist und b) der Spieler in der zweiten deutschen Spielklassen kicken möchte?

Zu Leon Jessen und Ilian Micanski (Leihe FC Ingolstadt), Andrew Wooten (SV Sandhausen) und Jakub Swierzcok (Piast Gliwice) ist noch nichts bekannt geworden.

Auf der Seite der Neuzugänge steht aktuell nur Marcel Gaus vom FSV Frankfurt, der hier bereits diskutiert wurde. Weiterhin wird seit dieser Woche um zwei potentielle Namen spekuliert.

Ruben Yttergard Jenssen von Tromso IL aus Norwegen steht laut norwegischen Medienberichten (www.nrk.no) bereits vor einer Vertragsunterschrift. Demnach soll der zentrale Mittelfeldspieler einen 3-Jahresvertrag unterschreiben, lediglich Medizin-Check und die Unterschrift fehlen. Für den norwegischen Nationalspieler sollen 250.000 € plus erfolgsabhängige Zuzahlungen überwiesen werden. Der einst in Norwegen als großes Talent gepriesene Jenssen agiert zumeist auf der Doppel-6, aber als offensiver Part mit spielgestalterischen Fähigkeiten. Ein Manko, dass Trainer Franco Foda und Stefan Kuntz definitiv beheben müssen, wie die Relegationsspiele zeigten.

Der Konkurrenzkampf um die zentralen Positionen wird also größer, auch wenn Linsmayer möglicherweise den Verein verlässt.

Ein weiterer Spieler aus dem hohen Norden Europas steht angeblich auch kurz vor einer Einigung mit den Roten Teufeln. Alexander Ring, finnischer Nationalspieler, soll auch noch diesen Monat in Kaiserslautern unterschreiben. Details über die Verpflichtung wurden nicht bekannt, kennt man den jungen Finnen aus Gladbach. Dort spielte er meist als Aushilfskraft auf der rechten Außenbahn, obwohl er von Haus eher als zentraler Mittelfeldspieler bekannt war.

Der Kicker berichtet, dass der FCK Ring gerne für ein Jahr ausleihen möchte.

(www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga)

Der finnische Nationalspieler hat noch bis 2015 bei HJK Helsinki Vertrag. Eine Ausleihe macht den Transfers realistischer, denn selbst Borussia Mönchengladbach wollte nicht die Kaufoption in Höhe von 1,5 Millionen € zahlen. Für den FCK scheint ein Kauf in dieser Größenordnung in der 2. Bundesliga ungewöhnlich. Alexander Ring zeigte bei seinen Einsätzen für die Fohlen aus Gladbach bereits gute Ansätze und verfügt über eine starke Grundschnelligkeit, sowie ansprechende Technik. Der Trainer Lucien Favre, für seine anspruchsvolle Spielaufteilung bekannt, machte bei dem Zweiundzwanzigjährigen noch taktische Mängel aus. Vielleicht kommen jene Mängel unter Franco Foda in Kaiserslautern nicht so sehr zum Tragen. Er ist ein interessanter junger Spieler, der bereits internationale Erfahrung hat.

Blickt man genauer auf diese beiden potentiellen Transfers, so erkennt man das Foda und Kuntz durchaus gemerkt haben, wo bei der Mannschaft der Schuh drückt. Es fehlen Spieler die das Geschehen ordnen und Angriffe kreativ vortragen. Weiterhin ist das Umschaltspiel sehr ausrechenbar und einseitig (A. Baumjohann), da soll der Norweger Jenssen für Abhilfe schaffen.

Betrachtet man die Spieler, die eine Rolle im defensiven Mittelfeld spielen können, muss man fast zwangsläufig mit weiteren Abgängen rechnen. Mit Markus Karl, Enis Alushi, Denis Linsmayer, Ariel Borysiuk, Steven Zellner als gelernte defensive Mittelfeldakteure und Mimoun Azaouagh, Pierre de Wit und Benjamin Köhler als offensivere Varianten hat man bereits eine Menge Material für die Zentrale. Darunter befinden sich mit Karl, Borysiuk, Alushi und Köhler gleich vier Kicker die Stammplatzambitionen geltend machen. Natürlich bleibt zu bedenken, dass Karl und Alushi von Verletzungen zurückkehren und erst einmal die Form wiederfinden müssen. Trotzdem zeichnet sich Stand jetzt ein Überangebot ab.

Steven Zellner verlängerte kürzlich und dürfte als Rollenspieler behalten werden.

Ariel Borysiuk besitzt großes Potential, ruft jenes aber nicht immer konstant ab. Er hatte aber neben Baumjohann das beste Pass-Spiel in der gesamten Mannschaft. Ihn zu halten wird wichtig sein, auch wenn es immer mal Angebote für den Polen gab. Fraglich ist, ob er ein weiteres Jahr in der 2. Liga spielen will, was seiner Nationalmannschaftskarriere nicht dauerhaft förderlich sein kann. Bei einem finanziell verlockenden Angebot, könnte er transferiert werden. Aber im Grunde muss man ihn als Eckpfeiler dieser Truppe behalten.

Für Pierre de Wit verlief die Saison enttäuschend. Von Verletzungen geplagt schaffte er es selten in Kader und machte auch seinem Ärger darüber Luft. Für ihn sehe ich eigentlich keine weitere Zukunft mehr in Kaiserslautern, denn mit Jenssen und Alushi hat er starke Konkurrenz vor sich.

Mimoun Azaouagh hatte auch mit Verletzungen zu kämpfen, spielte relativ wenig. Bei ihm gibt es noch die Option, dass er flexibel einsetzbar ist. Eine tragende Rolle traue ich ihm nicht zu und bei einem akzeptablen Angebot könnte er Kaiserslautern wieder verlassen.

Selbiges gilt auch für Benjamin Köhler. Selten zeigte er ansprechende Leistungen, wie im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Aber auch der routinierte Mittelfeld-Allrounder könnte als Ergänzungskraft zu Spielen kommen. Ob er sich damit zufrieden gäbe? Wechselte er doch von Eintracht Frankfurt an den Betze um regelmäßiger zu spielen.

Mit Alexander Ring kommt in erster Linie ein Mann für die rechte Außenbahn, obwohl er in Finnland als zentraler Mittelfeldspieler bekannt und geschätzt ist. Also mal wieder jemand der polyvalent einsetzbar ist, wie es im Fachjargon heißt. Ich hätte mir lieber einen reinen Außenläufer gewünscht, kann mich aber mit Ring und seinem Talent durchaus anfreunden. Die klare Definition von Positionen und Positionsspiel zählte in den letzten Transferperioden nicht zu den Stärken der handelnden Personen.

Es bleibt abzuwarten, was sich noch so tut. Wie schon erwähnt, es wird wieder ein ereignisreicher Sommer. Hoffentlich halten sich die Zugänge in Grenzen, denn im Grunde fehlt nur noch ein offensiver Mittelfeldspieler (10er).

In diesem Sinne

euer Stehgeiger

Als Hopp das rote Kaninchen stahl – Die Relegation und ihr Ende Teil1/2

Der 1. FC Kaiserslautern hat die Relegation verloren. In beiden Spielen schafften die Pfälzer es nicht sich gegen die TSG 1899 Hoffenheim durchzusetzen. Das Hinspiel in Sinsheim ging mit 3:1 verloren und das Rückspiel endete ernüchternd mit 1:2. In beiden Spielen bewiesen die Hoffenheimer spielerische Klasse und Cleverness, die dem FCK schon die gesamte Saison abgeht.

Man kann natürlich mit den Schiedsrichtern hadern und sich damit trösten, dass man durchaus phasenweise dran war. Aber zusammengefasst sprechen die Ergebnisse eine deutliche Sprache. Der TSG gelang es immer genau dann zu treffen, wenn die Lautrer irgendwie im Aufwind waren. Das 3:1 im Hinspiel durch den eingewechselten Sven Schipplock beendete jede Hoffnung auf eine bessere Ausgangssituation und der wuchtige Kopfball zum 1:2 Siegtreffer auf dem Betzenberg durch Jannick Verstergaard brachte sogar das phantastische Publikum zum Schweigen. Danach spielte sich Einmaliges in der Festung Betze ab. Nachdem die Fans realisierten, dass es trotz vorbildlichem Einsatz nicht mehr reichen würde, besangen sie ihre Helden auf dem Spielfeld bis zur letzten Sekunde und spendeten der Mannschaft durch minutenlange Ovationen nach dem Abpfiff Trost.

Ich bin sehr froh, dass der 1. FC Kaiserslautern und die Fans ganz Deutschland dieses Gesicht zeigten. Keinerlei Randale, keine Schmähgesänge gegen Dietmar Hopp und auch die mäßige Leistung der Roten Teufel wurde nicht mit Pfiffen beantwortet. Der 12. Mann war da und gab alles was er konnte, es trieb mir die Tränen in die Augen. Was bleibt nun nach dem Scheitern? Ich werde versuchen ein Bild zu konstruieren, dass viele Wägbarkeiten kommentiert und einen Ausblick bietet auf die nächste Saison.

Trainer Franco Foda entschied sich im entscheidenden Rückspiel für einige gewagte Personaländerungen. Er brachte Bunjaku und Drazan von Beginn an, wobei beide die Außenbahnen beackern sollten.

Die Hereinnahme von Kapitän Albert Bunjaku war nur zu logisch, wollte er die Durchschlagskraft in der Offensive erhöhen. Der erfahrene Stürmer musste aber zum wiederholten Male auf den Außen agieren. Vielen Beobachtern war bereits während der Saison aufgefallen, dass Bunjaku dort nicht sonderlich glücklich spielt. Er schafft es nicht zu Flankenläufen anzusetzen und die Mitte (Idrissou) mit Bällen zu füttern. Auch in den vielen 1:1 Situationen mit den Außenverteidigern sieht er nicht viel Land. Einigen wir uns darauf, dass man Bunjaku möglichst nahe am Strafraum unterbringen muss, um von seiner Torgefahr, Cleverness und Schussstärke zu profitieren. Fehler Nummer 1 für Franco.

Drazan wusste in keinem seiner Kurzeinsätze zu überzeugen und spielte auch gegen schwache Gegner meist pomadig, langsam und ideenlos. Von der viel besungenen Schnelligkeit hat am Betze bis heute niemand etwas gesehen, im Gegenteil. Er tut sich schwer Spielsituationen in diesem Tempo zu erfassen und reagiert dementsprechend langsam. Ähnlich präsentierte er sich auch gegen Hoffenheim, wobei jeder Spieler einen kleinen Bonus an Laufbereitschaft und Einsatzwille attestiert werden darf, durch das furiose Publikum. Wie Foda ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel seinen Startelfeinsatz rechtfertigt, bleibt sein Geheimnis. Natürlich blieb Weiser im Hinspiel blaß und Fortounis scheint mit den Gedanken irgendwo zu sein, aber beide haben in der Vergangenheit bereits gute Spiele abgeliefert, was man von Drazan einfach nicht behaupten kann. Fehler Nummer 2 für Franco.

Die gesamte spielerische Last bliebt bei Alexander Baumjohann, den es jetzt wohl zu einem Erstligisten ziehen wird. Er spielte stark und rieb sich unheimlich auf, aber all sein Esprit und die Ideen verpufften recht schnell, nachdem er vor allem in der zweiten Halbzeit von 2-3 Hoffenheimern umstellt wurde. Der Spielaufbau des FCK war also extrem leicht zu durchschauen und mangels spielerischer Akzente die andere hätten setzen müssen, war man kaum in der Lage so etwas wie ein koordiniertes Angriffsspiel zu entfalten. Technisch starke Spieler wie Fortounis, Weiser oder auch Köhler fehlten, Bunjaku und Drazan gelang dahingehend nichts. Fehler Nummer 3 für Franco.

In der Innenverteidigung ersetzte Foda Heintz durch Orban, der seine Sache ordentlich erledigte. Beim zweiten Gegentor war er dann völlig unterlegen, gegen den viel größeren Verstergaard, den man im Raum kaum verteidigen kann. Der junge Däne kam mit ein paar Schritten Anlauf in den Strafraum und sprang so auch einige Stockwerke höher um den Ball im Tor unterzubringen. Warum man diesen starken Kopfballspieler nicht in Manndeckung nimmt, wird wieder nur Foda wissen. Die FCK-Spieler verteidigten bei den Standarts, aus welchen beide Gegentore am Betze resultierten, nur im Raum und waren so oftmals zu weit weg von den heranstürmenden Gegnern. Etwas, dass der FCK vor ein paar Saisons seinerseits hervorragend ausnutze, mit den Kopfballspielern wie Amedick, Rodnei oder Lakic. Das schon legendäre 5:0 zu Hause gegen Schalke 04 sollte sich jeder noch einmal anschauen, um zu verstehen worum es geht. Hoffenheim war die ganze Saison bei Standarts schwach, obwohl man den großgewachsenen Verstergaard und den Scharfschützen Sehad Salihovic hat. Das Gisdol jetzt an dieser Stelle etwas ändern würde, dürfte jedem im Vorfeld klar gewesen sein. Franco Foda wusste das anscheinend nicht.

Steven Zellner rückte für den verschobenen Orban ins defensive Mittelfeld, wo er neben Ariel Borysiuk die Zentrale dicht machte. Das gelang Zellner auch ganz gut, nur offensiv setzte er keinerlei Akzente. Zwei klassische Zerstörer in der Mitte brachten die Hoffenheimer kaum in Verlegenheit und man agierte Zeitweise eher mit einer 6er Abwehrkette. Natürlich durfte man dem Gegner nicht ins Messer laufen und früh ein Gegentor kassieren, aber spielerisch bedeutete das Magerkost. Köhler oder de Wit wären Alternativen gewesen und jedem Fan dürfte jetzt klar sein, wie wichtig Enis Alushi für das Mannschaftsgefüge war. Er spielte den Zwischenspieler zwischen Defensive und Offensive und erleichterte Baumjohann damit die Arbeit. Das wusste Foda auch und man legte nach, als Alushi den Rest der Saison ausfallen sollte. Nun verletzte sich dessen Ersatz Markus Karl auch so schwer, dass er nicht mehr spielen konnte. Zwangsläufig hätte das zu mehr Spielzeit für den wiedergenesenen Pierre de Wit oder Benjamin Köhler führen müssen, tat es aber nicht.

Mit mehr spielerischer Klasse auf den offensiven Positionen, hätte man den Riegel vor der Abwehr prima rechtfertigen können. Aber so blieb dem Team fast nichts anderes übrig als das Heil in langen Bällen auf Idrissou zu suchen, der mal wieder von Vestergaard gut abgedeckt wurde. Mo rieb sich auch in vielen Scharmützeln auf und sah aber in der Luft gegen den Dänen schlecht aus.

Das Zeugnis was der Stehgeiger dem Trainer Franco Foda ausstellt, ist sicherlich nicht mehr befriedigend. Zu plump und offensichtlich waren seine Marschroute und spielerische Linie für die ganze Saison. Wenn alles von einem einzigen Kicker abhängt, Baumjohann, dann können selbst Regensburg und Sandhausen diesen Mann zustellen. Der Trainer mit Stallgeruch fand oftmals keine Antwort auf die Anforderungen der Gegner und wechselte höchstens von 4-2-3-1 zu 4-4-2. Die gewachsene Spielidee fehlte und vorhandene Kicker machte er auch nicht besser. Der 1. FC Kaiserslautern ist ziemlich leicht auszurechnen und bringt kaum mal einen Überraschungsmoment.

Jetzt denken viele Fans daran, am Stuhl des Franco Foda zu sägen und ich selbst wäre dem Gedanken auch nicht abgeneigt. Trotzdem muss man ihm zugestehen, dass jeder Mensch (mit wenigen Ausnahmen) lernfähig ist. Ich hoffe die abgelaufene Saison wird genau analysiert und die eigenen Fehler offen gelegt. Von seinen Interviews kommt Foda eher etwas aufgeblasen und grobschlächtig daher, was hoffentlich nur mein Eindruck ist. Er scheint ein Trainer der „alten Schule“ zu sein, was zuerst einmal nichts schlechtes sein muss. Nur diesen von Dinosauriern und Selbstdarstellern geprägten Übungsleitern geht meist die Fähigkeit ab, eigene Fehler zu sehen.

Noch habe ich die Hoffnung, dass Foda auch einsieht, dass er einige Entscheidungen überdenken sollte. Sollte das nicht der Fall sein und er die Saison weiterhin als „Top-Saison“ mit unglücklichem Ausgang interpretieren wollen, muss er gehen. Dann hätte man auch gleich Milan Sasic halten können, dem man ja ähnliche Verfehlungen vorwarf, was die taktische Einstellung betrifft. Noch ist nicht aller Tage Abend für Franco, aber er muss aufpassen, dass sich nicht selbst ins Abseits manövriert. Stefan Kuntz ist nicht gerade zimperlich, was das Entlassen von Trainer betrifft.

Weitere Erkenntnisse und ein Blick in die Glaskugel im nächsten Teil!

In diesem Sinne

Stehgeiger

Relegation! Und jetzt? Teil 3/3 Neue Männer braucht die Pfalz, oder auch nicht

Es steht nur noch ein Spiel der regulären Saison aus, aber der 1. FC Kaiserslautern steht als Drittplatzierter fest. Bereits jetzt laufen die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren, sei es wieder in der 2. Bundesliga oder auf dem Olymp in der 1. Bundesliga.

Für die kommende Saison hat Kaiserslautern Marcel Gaus vom FSV Frankfurt verpflichtet. Der offensive Mittelfeldspieler, der auf der linken Außenbahn beheimatet ist, kommt ablösefrei. Der 23-Jährige spielte in dieser Saison eine untergeordnete Rolle bei den Bornheimern, einerseits wurde er lange durch eine Schambeinentzündung (remember Michael Ballack) zurückgeworfen, andererseits kassierte der Heißsporn danach zwei glatt Rote Karten und musste aussetzen. Seine Leistungsdaten lesen sich trotzdem recht ansprechend, konnte er in 8 Spielen in der 2. Bundesliga 2 Tore und 4 Vorlagen beitragen. Bei seinen 4 Einsätzen in der Reservemannschaft kam er auf 1 Tor und 2 Vorlagen.

Der Stehgeiger heißt Marcel Gaus herzlich Willkommen auf dem Betze!

Etliche Spieler beim 1. FC Kaiserslautern stehen bei anderen Clubs in Leihverhältnissen und es steht noch offen, wie viele letztlich den Weg zurück finden bzw. erwünscht sind.

Mit Itay Shechter, Richard Sukuta-Pasu, Jakub Swierczok, Andrew Wooten und Ilian Micanski stehen gleich fünf nominelle Stürmer wieder auf der Matte.

Shechter konnte bei Swansea City kaum überzeugen und lieferte in 17 Spielen ein Tor und 1 Vorlage ab. Kaum jemand geht davon aus, dass Shechter nochmal für die Roten Teufel auflaufen wird, aber solange kein Angebot da ist, wird er zum Team zurückstoßen. Ob er genug Klasse hat sich im europäischen Fußball außerhalb Israels durchzusetzen, konnte er nicht zeigen. Ein Millionen-Missverständnis ist geboren.

Sukuta-Pasu war in Österreich bei Sturm Graz erfolgreicher und hat bis zum jetzigen Zeitpunkt 29 Spiele absolviert, in denen er 12 mal traf und 2 mal vorlegte. Trainer Franco Foda äußerte sich bereits vor einigen Monaten, dass er Sukuta-Pasu in seine Planung einschließt und einen Weiterverkauf ausschließt. Das mag entweder der Wahrheit entsprechen, oder bei den ansprechenden Leistungen Preistreiberei sein.

Jakub Swierczok wurde zurück in die Heimat verliehen, zu Piast Gliwice in der Ekstraklasa. Dort kam er bis jetzt nur einmal zum Einsatz, wurde er doch von einem Kreuzbandriss gehindert. Er fiel fast die gesamte Saison aus und konnte weder trainieren, noch spielen. Momentan befindet sich der junge Pole wohl im Aufbau nach der Verletzung. Ich persönlich empfand ihn als gutes Talent und er wusste bei seinen Auftritten für den FCK durchaus zu gefallen (auch in der Reserve). Falls er sich mit der Rolle eines Kaderspielers zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft zufrieden gibt, würde ich ihn gerne wieder in unseren Farben sehen.

Eigengewächs Andre Wooten durfte in der 2. Bundesliga beim SV Sandhausen Erfahrungen sammeln, wo er sich zum Stammspieler mauserte und in 27 Einsätzen 7 Tore und 3 Vorlagen erzielte. Der Stürmer wurde von den Sandhäusern vornehmlich auf der rechten Außenbahn eingesetzt. Der US-Amerikaner wurde auch in die U-23 der USA berufen und konnte sein Potential durchaus nachweisen. Alle Anzeichen deuten auf eine Rückkehr hin, sollte kein unmoralisches Angebot eingehen.

Die Ehe zwischen dem FCK und Ilian Micanski ist zum Scheitern verurteilt. Auch im zweiten Anlauf konnte er sich bei einem neuen Trainer nicht durchsetzen. Einzig bei seiner vorherigen Leihe beim FSV Frankfurt wusste er zu überzeugen. Nun mag das vielschichtige Gründe haben, aber ich sehe für ihn keine Zukunft im FCK-Trikot. Für den FC Ingolstadt kam er in dieser Saison auf 7 Einsätze und 1 Tor, sowie 2 Vorlagen. An Micanski schieden sich lange die Geister, wurde er unter Marco Kurz trotz starker Vorbereitung kaum berücksichtigt. Nach seiner ersten Leihe bei Frankfurt ließ er erneut aufhorchen und schaffte in 15 Rückrundenspielen 9 Tore und 5 Vorlagen. Danach fand Franco Foda auch keine weitere Verwendung für ihn und verpflichtete im Winter den österreichischen Publikumsliebling Erwin Hoffer. Alle Zeichen stehen auf Abschied im Sommer. Bei den Autostädtern wird er mit einem lässig versemmelten Elfmeter in Erinnerung bleiben.

Auf der Liste der verliehenen Spieler befindet sich auch Leon Jessen, welcher damals mit vielen Vorschusslorbeeren empfangen wurde. Der dänische Nationalspieler sollte dauerhaft Alexander Bugera von seiner Last der linken Abwehrseite befreien und sich als Stammspieler etablieren. In der ersten Saison gelang es ihm noch, wobei er dort schon teils Bugera wieder weichen musste. In der zweiten Liga spielte er auch häufig, zog sich durch sein fahriges Spiel aber den Unmut der Fans und Verantwortlichen zu. Die erste Hälfte dieser Zweitligasaison bestritt er 12 Spiele und alle in der Startelf. Seine letztes Spiel machte er für die Roten Teufel am 14.12.2012, bei der denkwürdigen Heimniederlage gegen den VfR Aalen. Danach wurde er wie Micanski nach Ingolstadt verliehen, wo er die ersten 8 Spiele nicht im Kader stand, sich aber danach immer in der Startelf fand und alle Spiele bis jetzt über 90 Minuten bestritt. Eine Rückkehr in die Startelf beim FCK wird ihm durch Neuzugang Chris Löwe verwehrt, welcher auch selten herausragend agierte, aber durch seine kämpferische Art und erhöhten Offensivdrang besser an den Betze zu passen scheint. Er könnte vielleicht bis 2014 bleiben und den Ersatzmann für Löwe geben, falls er sich mit dieser Rolle zufrieden zeigt. Ansonsten wird Leon Jessen den 1. FC Kaiserslautern verlassen müssen.

Von den Winterneuzugängen wussten nur wenige Spieler auf Anhieb zu überzeugen. Chris Löwe nahm die vakante Position von Jessen auf und zeigte positive Ansätze. Dem Stehgeiger imponiert, dass er Willen und Charakter besitzt und nach Niederlagen nicht den üblichen Sing-Sang anstimmt, den man von so vielen Spielern kennt. Löwe scheint ehrgeizig und lernwillig sein, so dass er bei stetiger Entwicklung eine Dauerlösung als linker Verteidiger werden kann.

Ein großes Rätsel bleibt die Verpflichtung des jungen Österreichers Christopher Drazan von Rapid Wien. Der erklärte Wunschspieler von Trainer Foda konnte bis jetzt noch nicht mal in Ansätzen zeigen, dass er Zweitliganiveau hat. Für immerhin 500.000 € wurde er gekauft, bei einem halben Jahr Restlaufzeit des Vertrages in Wien. Drazan spielte nie von Beginn an und konnte die Minuten, die er bekam auch nicht nutzen. Eine magere Torvorbereitung aus dem knappen Sieg gegen die Münchner Löwen steht zu Buche. Daneben stand er auch zwei mal nicht im Kader und wurde ganze vier mal gar nicht eingewechselt. Kuntz und Foda müssen sich fragen, was sie sich von so einem Spieler erhofft haben, der zwar in Österreich mit Verletzungen zu kämpfen hatte, beim FCK aber voll im Saft stehen sollte. Anfangs wurde die Verpflichtung durchaus von den Fans begrüßt, kannte man Drazan als jungen Spieler, der dem Hamburger SV 2009 eine herbe Niederlage in der Gruppenphase der Europa League verpasst hatte. Heute muss man sich fragen, ob die Wiener uns den richtigen Mann geschickt haben? Er wirkt behäbig, ideenlos und sehr unsicher am Ball. Von einem Spieler mit internationaler Erfahrung (Nationalmannschaft, Europa League, Champions League Qualifikation) durfte man getrost mehr erwarten. Sag niemals nie im Fußball, aber Christopher Drazan lässt den Stehgeiger wie einen Dauerläufer aussehen. Potential zum Transferflop ist definitiv gegeben.

Markus Karl von Union Berlin konnte zwar nicht die tolle Form von Enis Alushi erreichen, vertrat den verletzten Mittelfeldstrategen aber ganz gut. Er fügte sich rasch ein und bestach phasenweise mit Zweikampfstärke und Präsenz. Zumindest bis Karl sich auch verletzte und den Rest der Saison ausfiel.

Vom FC Bayern München wurde Mitchell Weiser ausgeliehen, das große Talent vom 1. FC Köln. Weiser sah man sofort an, dass er etwas mit dem Ball anzufangen wusste und versprach sofort mehr. Es dauerte eine Weile, aber dann entpuppte sich der Mann mit der „Kölner-Ringe-Gedächtnisfrisur“ schnell als guter Spieler mit Perspektive. Sein stärkstes Spiel bot er dann ausgerechnet gegen die altern Kameraden aus Köln, wo er nach seiner Einwechslung sofort brannte und ein Tor wunderbar vorbereitete. Sollte man aufsteigen, oder auch nicht, müsste man sich um Weiser bemühen. Ihm könnte ein ähnlicher Werdegang wie Sidney Sam bevorstehen und bei dem Kader der Bayern sehe ich noch keinerlei Platz für ihn in München. Vielleicht kann man Pep Guardiola und Matze Sammer ja eine weitere Leihe schmackhaft machen, wobei eine Kaufklausel natürlich noch besser wäre und man sich nicht wie bei Sam, den anderen Bietern beugen müsste.

Kommen wir zu zwei Spielern, die ganz unterschiedlich aufgenommen wurden, aber ganz ähnliche Leistungen boten. Benjamin Köhler und Erwin Hoffer. Köhler als Frankfurter Urgestein und Aufstiegsheld hatte seinen Platz bei Armin Veh verloren und konnte ablösefrei geholt werden. Seine ersten Auftritte waren grauenhaft und man musste sich fragen, ob der in dem einen Jahr nicht doch um weitere zehn Jahre gealtert war. Dann aber kam das Spiel gegen den FSV Frankfurt und Köhler explodierte. Er spielte mit Lust, Laufbereitschaft und Kreativität. Ich denke wenn man ehrlich ist, es vielleicht genau das, was man Köhler noch erwarten kann. Ein in die Jahre gekommener Mann, der in manchen Momenten noch mal glänzen kann. Perspektive darüber hinaus hat er keine. Erwin „Jimmy“ Hoffer war bereits in Kaiserslautern bekannt und beliebt. Der kleine Österreicher kämpfte und stürmte sich in die Herzen der FCK-Anhänger. Diese Saison blieb er lange alles schuldig, bis er dann endlich beim letzten Sieg gegen den Jahn glänzen durfte. Jimmy ist ein Buch mit sieben Siegeln und keiner vermag genau einzuschätzen was er kann. In einem System wo er seine Schnelligkeit und Durchsetzungskraft ausspielen kann, hat er vielleicht Bundesligaformat. Aber unter Foda wirkte er lange Zeit wie ein Fremdkörper. Jimmy gehört noch immer dem SSC Neapel, dass im Sommer 2009 mal 5 Millionen € für ihn überwies. Heute dürfte sein Marktwert ordentlich im Keller sein und er vielleicht für kleines Geld zu kaufen sein. Niemand in Neapel kann nach den zahlreichen Leihgeschäften mit einer plötzlichen Explosion rechnen. Vom Typ her passt er prima an den Betze. Ist er nicht zu teuer, kann ich mir eine Weiterverpflichtung vorstellen.

Abschließend muss man sagen, dass die Einkaufspolitik von Kuntz und Foda etwas planlos wirkt. Natürlich wurde auf Verletzungen und Verkäufe reagiert, aber kaum einer der Neuzugänge im Winter war sein Geld wert.

Zur kommenden Saison, wo auch immer der 1. FC Kaiserslautern spielen mag, stehen 31 (!!) Spieler unter Vertrag. Dabei werden uns sicher einige Kicker verlassen, aber für alle Kaderleichen findet man so leicht keinen Abnehmer. Da sind quasi schon alle Plätze besetzt und ich kann noch den Bogen zum Thema Jugendarbeit spannen. Wo sollen noch irgendwelche Jugendspieler und Leistungsträger aus der zweiten Mannschaft (welche sich in der Rückrunde stark präsentierte und bis zuletzt vom Aufstieg in Liga 3 träumte) hin passen? Fast jede Position ist doppelt und dreifach besetzt. Dabei will man sparen und künftig stärker auf die Jugend setzen. Wohin soll man die Jungen denn setzen? Da muss doch ein völlig neuer Trainingskomplex her, um diese Kompanie trainieren zu lassen.

Das Thema Durchlässigkeit fällt völlig hinten ab, wenn es für jede erdenkliche Rolle noch einen Amri, einen Hajri und einen Shechter gibt. Deren gut dotierte Verträge erlauben dann natürlich auch keinen großen Spielraum bei Verhandlungen. Der 1. FC Kaiserslautern ist in einem selbst erschaffenen Teufelskreis gefangen, den es dringend zu durchbrechen gilt. Der gesamte Kader muss schleunigst verschlankt werden und sollte man in der Relegation scheitern, dann müssen auch dort Einschnitte bei den Großverdienern gemacht werden. Zu Beginn sollte man sich bemühen es auch so zu kommunizieren, denn ein richtiger Umbruch braucht Zeit und liefert selten schnelle sportliche Erfolge. Erste Liga um jeden Preis kann nicht die Maxime sein. Natürlich möchte auch ich nicht alle guten Spieler vom Hof jagen, aber ein klares Gerüst um willige Leistungsträger muss man jetzt in Angriff nehmen. Für mich sind Sippel, Dick, Heintz, Torréjon, Löwe, Borysiuk die ersten Korsettstangen. Mit Abstrichen folgen dahinter Namen wie Fortounis, Weiser (wenn möglich), Bunjaku (wenn nötig), Gaus (vertraglich), Julian Derstroff und Wooten. Bei anderen sollte man evaluieren, ob man mit der Leistung zu dem Preis zufrieden ist (Linsmayer, Zellner, Orban, der gesamte Sturm), oder aber ob es sich lohnt externe Leute zu verpflichten, wenn es durchaus Optionen im eigenen Stall gibt.

Jene Optionen werde ich in meinem nächsten Artikel besprechen!

Bis dahin

Euer Stehgeiger