Zoller UNSER! Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss – Kommentar zum FCK

Der 1. FC Kaiserslautern hat die ersten beiden Spiele in der 2. Bundesliga hinter sich gebracht. Am ersten Spieltag wurde der SC Paderborn auswärts mit 0:1 besiegt und am heutigen Freitag kam der Gast FC Ingolstadt 04 mit 3:1 unter die Räder.

Sechs Punkte aus zwei Spielen bei 4:1 Toren hören sich nicht schlecht an. Von den nackten Zahlen her ein gelungener Auftakt des FCK. Ein Neuzugang sorgte besonders für Furore, der aus Osnabrück gekommene Stürmer Simon Zoller. Der vom Kicker zum besten Stürmer der abgelaufenen Drittligasaison gewählte Mann, sorgte mit 3 Toren aus den ersten beiden Spielen für Freude bei Fans und Verantwortlichen. Der 22jährige erinnert mit seiner Spielweise an Jürgen „Flipper“ Klinsmann. Bei der Ballverarbeitung hat er deutliche Schwächen, vor dem Tor ist er umso cooler. Seine Auftritte machen die schwere Knieverletzung von Kapitän Albert Bunjaku vergessen.

Zoller UNSER! In Rom bei den Laziali heißt es „Klose mit uns“, die Roten Teufel könnten sich an das „Zoller UNSER“ gewöhnen. Behält er seine Kaltschnäuzigkeit bei, könnte Zoller ein sehr wichtiger Baustein auf dem Weg zurück in die erste Bundesliga werden.

Neben Zoller fanden sich auch Alexander Ring, Marcel Gaus und Karim Matmour als Neuzugänge in der Startelf. Der junge Finne Ring überzeugte mit Schnelligkeit und fußballerischen Ideen. Es fehlt ihm noch die Anbindung zu den Mitspielern, aber was er technisch andeutet, könnte für den 1. Kaiserslautern in Zukunft sehr hilfreich sein. Gaus bearbeitete die linke Seite und konnte im Spiel gegen Ingolstadt den ersten Assist verbuchen. Durch eine Verletzung kurzweilig in der Vorbereitung zurückgeworfen, hat Gaus noch deutlich Luft nach oben. Der Ex-Frankfurter lässt aber eine gesunde Attitüde erkennen und bringt eine hohe Grundschnelligkeit mit. Im Tandem mit Linksverteidiger Chris Löwe gefällt mir Gaus ganz gut.

In den deutschen Sportmedien gibt es momentan nur ein Thema: Die Bayern und Pep Guardiola. Der Welttrainer verblüfft und verzückt Beobachter zugleich mit seinen taktischen Kniffen und Positionsspiel. Lahm im Mittelfeld, falscher 9er und Thiago auf der 6. Dabei wird verkannt, dass in Kaiserslautern auch ein „Pep“ unterwegs ist. Franco „Pep“ Foda-Guardiola. Der knorrige Übungsleiter überrascht mit seiner Aufstellung mindestens so viele Fans, wie der große Pep. Mit Neuzugang Karim Matmour wurde anscheinend ein astreiner Rechtsverteidiger geholt, der mit Pferdelunge Dick die Seite komplett zementiert. Matmour zeichnete sich bis jetzt darin aus, dass er unermüdlich nach hinten arbeitet und seine Offensivbemühungen ähnlich wie bei seinem Partner verpuffen. Dadurch wird das Spiel des FCK sehr linkslastig, worüber sogar Gregor Gysi staunen muss. Dieses Pärchen auf der rechten Seite versprüht ungefähr so viel Esprit, wie Franco Foda bei einer Pressekonferenz. Hatte man von Matmour mehr erwartet und bleibt er nur unter seinen Möglichkeiten? Oder ist das ein taktischer Kniff von Foda, um den Gegner einer offensiven Waffe zu berauben. Wie immer, der Erfolg gibt ihm recht.

Überraschend fanden auch Spieler wie Ariel Borysiuk, Dominique Heintz und Konstaninos Fortounis nicht den Weg auf den Platz bzw. in den Kader. Fortounis wurde Trainingsrückstand attestiert und Borysiuk hatte Magen-Darm. Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist im Vergleich zur vergangenen Saison ungleich höher. Ring, Jenssen, Karl, Borysiuk, Zellner, Alushi (wenn wiedergenesen), de Wit, Azaouagh und Kevin Stöger können alle irgendwo von den Positionen 6 bis 10 spielen. Bei de Wit und Azaouagh deutete der Kicker mögliche Luftveränderungen an. Wir werden sehen. Bei Dominique Heintz sieht die Lage anders aus. Er hat sich von seinem Kollegen Willi Orban den Rang ablaufen lassen. Orban, der im letzten Jahr noch häufiger im defensiven Mittelfeld agierte (Relegation gegen Hoffenheim, wieder so ein Guardiola), überzeugte durchaus als Innenverteidiger neben Jan Simunek. Da Foda mit ziemlicher Sicherheit ein abergläubischer Kauz ist, wird es wenige Veränderungen zum nächsten Spiel geben.

Zurück zu den bisherigen Spielen. Gegen Paderborn waren drei Dinge erstaunlich. Erstens, wie kalt Zoller vor dem Tor ist. Zweitens, wie gut Florian Sippel gehalten hat. Und Drittens, wie schwach die Teufel phasenweise agierten. Auch beim SCP hätte das Ergebnis deutlicher ausfallen können, aber Idrissou und Olivier Occean ließen gute Chancen liegen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man das Spiel gegen Ingolstadt gesehen hat. Phasenweise war der FCK stark und kontrollierte das Geschehen. Was Foda an den Sky-Mikrophonen als „brutale Geschwindigkeit im Umschaltspiel“ bezeichnete. Er erkannte aber auch, dass jeweils nach einem Treffer das Team komplett den Faden verlor. So arg wie gegen Paderborn musste zu Hause gegen die Schanzer nicht gezittert werden, aber es war erstaunlich wie weit sich die Lautrer zurückzogen. Ein gut ausgespielter Konter über Dra(ht)za(h)n (Hilfestellung bei der Aussprache) und Mo Idrissou reichte dann für den Knockout kurz vor Schluss.

Bis dahin waren die Männer in Rot arg passiv und überließen dem Gegner weitestgehend das Mittelfeld. Die Truppe von Marco Kurz konnte sich zwar nur wenige Chancen erspielen, aber durfte immer wieder durch Freistöße nahe des 16ers gefährlich werden. Eigentlich ein Tabu, im Profifußball so viele Fouls nahe des eigenen Strafraums zu begehen. Sippel und den unbeständigen Schützen sei Dank, passierte nichts weiter. Auch wenn es in diesem Jahr keinen Ronny in der 2.Bundesliga gibt, dürfte das gegen bessere Gegner zum Problem werden.

Ich möchte nicht zu viel meckern und unterdrücke die „Ratte“ in mir. Zwei Siege und sechs Punkte sind extrem wichtig und ein gutes Zeichen. Natürlich hapert es noch, aber man sollte der neu-formierten Truppe etwas mehr Zeit geben. Paderborn und Ingolstadt waren jetzt noch keine wirklichen Prüfsteine, was den Aufstieg betrifft. Man darf gespannt sein, wie sich das Team in den nächsten Wochen verhält und was für eine Stammelf sich herausbildet. Möglichkeiten hat Foda in dieser Saison viele und das Transferfenster ist noch offen. Ein gutes Pferd spring nur so hoch es muss! Aber wie hoch kann dieses rote Pferd eigentlich springen? Nicht dass es sich plötzlich umdreht und mit dem Schwanz eine Fliege…lassen wir das!

In diesem Sinne

euer Stehgeiger

Die nähere Zukunft – In Teufels Küche Teil 2/2

Im zweiten Teil meines Ausblicks über den Unterbau des 1. FC Kaiserslautern werde ich den Fokus nun auf die U-19 (A-Jugend) der Pfälzer legen.

In den letzten Jahren machte die von Gunther Metz trainierte Truppe immer wieder auf sich aufmerksam, im positiven wie negativen Sinne. In der Saison 2010/2011 war man Staffelsieger in der A-Jugend Bundesliga Süd/Südwest und musste sich im Finale um die deutsche Meisterschaft nur dem VFL Wolfsburg klar geschlagen geben (4:2). Aus dem aktuellen Profi-Bereich (erste und zweite Mannschaft eingeschlossen) stammen folgende Spieler aus dieser Jahrgangsmannschaft:

Dominique Heintz, Willi Orban, Chris Keilmann, Julian Derstroff, Sebastian Lindner, Sascha Simon sowie die jüngeren Kaliber wie Jan-Lucas Dorow, Kevin Schwehm und Jean Zimmer. Alle Namen kamen in besagtem Finale zum Einsatz. Einzig Philipp Klement (1.FC Nürnberg) und Nico Pfrengle (FSV Mainz 05) schlossen sich später anderen Vereinen an. Diese Quote gibt weiterhin Anlass zur Hoffnung, dass der FCK sich in Sachen Jugendarbeit auf dem richtigen Weg befindet.

Im darauffolgenden Jahr konnte man die guten Leistungen nicht bestätigen und stieg überraschend ab. Kurioserweise befanden sich unter den drei Letztplatzierten zwei andere Südwestgrößen wie Waldhof Mannheim und der FC Saarbrücken.

In der jetzigen Saison, wo man in der Regionalliga Südwest antritt, führt der 1. FC Kaiserslautern souverän die Tabelle an. In den nächsten Spielen sollte der Aufstieg festgemacht werden und die U-19 darf sich wieder mit den Besten messen. Neben dieser starken Kampagne innerhalb der Liga, konnte man auch im DFB-Junioren Vereinspokal (dem U-19 DFB Pokal) für Furore sorgen. Drei Bundesligisten kämpfte und spielte man nieder. Die Überraschungssiege gegen Hertha BSC, Werder Bremen und Borussia Mönchen-Gladbach sorgten für die Finalteilnahme in Berlin. Dort wartet mit dem 1. FC Köln ein Rivale der Profis aus der 2. Bundesliga. Die A-Jugend der Kölner spielt auch in U-19 Bundesliga West, wo man zu den Top 5 Mannschaften gehört. Alles was dahinter rangiert ist weit abgeschlagen.

Diese Mannschaft zeigte Klasse und Charakter, Trainer Günther Metz stellte das Team immer hervorragend ein und klagte zuletzt über die hohe Belastung für seine Spieler (Rheinpfalz vom 14.05.2013). Nebenbei wurde auch noch der U19-Verbandspokal gewonnen, in einem dramatischen Spiel gegen den großen Rivalen aus Mainz. Damit darf die kommende A-Jugend wieder im DFB-Junioren Pokal antreten. Auch hier wurde wieder ein höherklassiger Gegner bezwungen, welche in der A-Jugend Bundesliga Süd/Südwest spielt. Die Mainzer konnten mit André Schürrle und Trainer Thomas Tuchel die A-Jugend Meisterschaft 2009 gewinnen.

Beachtlich bei den Erfolgen der A-Jugend in diesem Jahr ist, dass man es schaffte sich regelmäßig gegen Bundesliga-Clubs durchzusetzen. Wobei es sich auch nicht um irgendwelche Mannschaften handelte, sondern um Vereine die sich ihrer Jugendarbeit zurecht rühmen dürfen und ständig starke Nachwuchsleute hervorbringen.

Der Stehgeiger hofft, dass wieder eine ähnlich hohe Quote an Spielern den Weg in den Herrenbereich schafft. Einige Spieler konnte ich besser unter die Lupe nehmen und werde jene im Folgenden so gut es geht beschreiben. Der Stehgeiger scheute keine Kosten und Mühen und war beim nervenaufreibenden Halbfinale des DFB-Junioren Pokals in Mönchen-Gladbach vor Ort.

Anfangen werde ich im Tor, wo Raphael Salinger die Position seit Anfang 2013 besetzt. Der 17-Jährige Österreicher wurde vom SC Karlsdorf verpflichtet und schaffte es auf Anhieb Stammspieler zu werden. Mit 1,96m ragt er nicht nur körperlich heraus. Salinger überzeugte im Halbfinale gegen Mönchen-Gladbach als sicherer Rückhalt und Elfmeter-Spezialist. Zwei Strafstöße vereitelte er und schoss selbst eiskalt ein. Auch im Verbandspokal-Finale gegen die Mainzer wusste er zu überzeugen und parierte auch dort einen Strafstoß. Jenen hatte er leichtsinnig verschuldet, wodurch ein Feldspieler für den indisponierten Salinger im Tor abwehrte. Nach der fälligen Roten Karte, machte der Ösi seinen Schnitzer wieder wett und hielt. Seine Stärken sind die gute Präsenz und das Spiel im 1 gegen 1. Traditionell agiert er stark beim Herauslaufen (Ehrmann-Schule) und geizt nicht mit guten Ansätzen auf der Linie. Salinger besitzt nach Meinung des Stehgeigers das Potential in den Profi-Bereich aufzurücken. Bei Torhütern gestaltet sich das auch meist weniger schwer, denn das Spiel verändert sich nur unwesentlich. Wenn er an Körpermasse noch etwas zulegt, wird er eine Alternative. Auf Grund seines Alters, könnte er im kommenden Jahr auch noch weiterhin in der U-19 spielen und in der Bundesliga Erfahrungen sammeln. Gerade sein junges Alter beeindruckten den Stehgeiger um so mehr.

In der Innenverteidigung agiert Bernard Kyere-Mensah. Der in Ghana, Accra geborene junge Mann ist ein kantiger Zweikämpfer. Unbeeindruckt durch körperliche Härte, zeigt er ein starkes Zweikampfverhalten. Kopfballspiel und direkte Zweikämpfe zählen zu seinen Stärken. Auch er ist noch weiterhin spielberechtigt für die A-Jugend im kommenden Jahr. Seine Entwicklung wird mit Spannung beobachtet werden. Vom Elfmeterpunkt in Gladbach schloss er kühl ab.

Angeführt wird die Mannschaft durch den zweiten Innenverteidiger in der Stammelf. Michael Schindele (19) durfte auch bereits in der Reserve mitspielen und hat drei Berufungen zur U-18 Nationalmannschaft auf dem Buckel. Wie Kyere-Mensah ist er körperlich stark, kann aber im Sprint ungeahnte Schnelligkeit zeigen. Mit 1,90m ist er in der Luft eine Macht, auch am Boden überzeugt er durch kluge Pässe und ein anständiges Aufbauspiel. Ihn wird die FCK-Führung bereits länger auf dem Zettel haben und er ist definitiv ein Kandidat um für die kommende Saison endgültig in den Herren-Fußball aufzurücken. Schindele kam vom FC Augsburg und könnte einen ähnlichen Werdegang wie Heintz oder Orban hinlegen. Wo Heintz auch auf der Position des linken Verteidigers spielen kann (wobei er als IV deutlich besser aufgehoben ist), kennt man Schindele als reinen Innenverteidiger. Diesen Namen kann man sich getrost merken und bei stetiger Entwicklung, wird er sich in naher Zukunft vielleicht in der „Kampfmannschaft“ des 1.FC Kaiserslautern zeigen dürfen.

Ein weiterer Afrikaner aus Ghana wirbelt auf der rechten Außenbahn. Manfred Osei-Kwado, nur „Manni“ gerufen, ist mit 17 Jahren einer der Leistungsträger dieses Teams. In der Liga konnte er bereits 11 Tore erzielen (Torvorlagen werden nicht erfasst) und im Pokal 1 Tor und 3 Vorbereitungen beisteuern. Der kleine, wendige Dribbler (1,70m) stellt sich gerne in den Dienst der Mannschaft und macht Kilometer in der Rückwärtsbewegung. Franco Foda belohnte den jungen Mann bereits mit der Möglichkeit bei den Profis mitzutrainieren. Wie immer muss man abwarten, wie die Entwicklung verläuft. „Manni“ dürfte wohl auch noch ein weiteres Jahr in der A-Jugend ran, könnte aber auch eine Alternative im Profi-Bereich werden.

Marcell Öhler ist der Spielmacher im Team und wurde zur U-18 Nationalmannschaft berufen. Es blieb bis jetzt bei der einen Berufung, aber Öhler (18) ließ auch im Ligabetrieb aufhorchen. Wie Osei-Kwado gelangen ihm 11 Tore, als auch 1 Tor und 1 Vorlage im DFB-Pokal. Unter den strengen Augen des Stehgeigers, machte Öhler aber kein gutes Spiel in Gladbach. Als Träger der Nummer 10 wurde er arg in die Mangel genommen und konnte sich kaum entfalten. In einem lichten Moment spielte er aber den öffnenden Pass, welcher zur Führung umgesetzt werden konnte. Sein Zweikampfverhalten scheint nicht sonderlich gut zu sein, aber die Spielintelligenz ist ungleich höher. Der kreative Mann bringt alles für die zentrale Mittelfeldpostion mit und dürfte zumindest in die Reserve aufrücken. Hier sieht der Stehgeiger Probleme mit der Körperlichkeit bei den Herren. Kann Öhler sich auch dort durchsetzen, wird man den Namen sicherlich wieder hören.

Der herausragende Akteur dieser Mannschaft ist der junge Bosnier Halil Hajtic. Bester Torschützer der Roten Teufel mit 19 Toren in der Regionalliga (auf Auskunft von Experten auch mit einer zweistelligen Anzahl an Torvorbereitungen) und jeweils 3 Toren im Pokal. Hajtic wurde bereits 2 mal in die U-18 und 5 mal in die U-19 Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas berufen. Mit 19 Jahren ist er einer der Älteren und neben Skipper Schindele, der Spieler dem der Stehgeiger sofort Herrenfußball zutraut. Hajtic ist 1,85m groß und athletisch. Er besitzt körperlich bereits starke Voraussetzungen und bringt auch technisch Einiges mit. Seine Rolle auf dem Feld würde ich als offensiver „Ballack“ beschreiben, der auch ständig mit den Mitspielern spricht. Hajtic dirigiert die Offensive. Vorher beim VFB Stuttgart und dem FC Augsburg aktiv, muss man diesem jungen Mann Beachtung schenken. Denke ich dabei an die sportlich weniger wertvolle Partie gegen den FC St. Pauli am letzten Spieltag, könnte Hajtic einen Platz im Kader einnehmen. Natürlich immer unter der Prämisse, einen Jugendspieler nicht Überbeanspruchung auszusetzen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Franco Foda ( der beim Verbandspokalfinale vor Ort war) Halil Hajtic auf dem Zettel hat. Jogi Löw würde ihn wohl als „Zwischenspieler“ charakterisieren und genau das trifft es sehr gut. Er pendelt zwischen hängender Spitze und der Position 8 auf dem Feld. Nicht ganz „box-to-box“ wie der Engländer sagen würde. Bosnische Medien bringen ihn bereits mit Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen in Verbindung, aber den Schreiberlingen vom Balkan darf man nicht immer Glauben schenken. Da wird oft viel übertrieben und ein Spieler wie er, mit diesen Leistungsdaten, wird natürlich gescoutet. Der Stehgeiger hofft, dass Hajtic die Chance bekommt die Vorbereitung auf die nächste Saison mitzumachen. Einen Spieler wie ihn, hat Kaiserslautern schon seit Jahren nicht mehr hervorgebracht.

In vorderster Front gelang dem 1. FC Kaiserslautern ein ungewöhnlicher Transfer. Vom ehemaligen Beckham Club Los Angeles Galaxy kam ein junger Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln. Mario Andrés Rodriguez Junior lautete der klangvolle Namen des Stürmers. Insidern aus dem US-Fußball dürfte der Name ein Begriff gewesen sein, hierzulande kannte man ihn nicht. Den Schritt über den großen Teich wagte der 19-Jährige vor gut 10 Monaten und seit dem beginnt sein Stern aufzusteigen. U-17 und U-20 Nationalspieler für die Vereinigten Staaten, fiel ihm der Sprung nach Europa leicht. Es haperte anfänglich an der Spielerlaubnis für den Amerikaner und er war längere Zeit abkömmlich durch Turniere mit der Nationalmannschaft. In der Regionalliga konnte er 4 unauffällige Tore beisteuern, traf aber im Pokal gleich 3 mal. Das Verbandspokalfinale entschied er mit 3 Treffern im Alleingang und weckt bereits Begehrlichkeiten bei den Fohlen aus Gladbach. Dem Stehgeiger fiel Rodriguez Junior durch einen starken Abschluss, strammen Schuss und schnellen ersten Schritt auf. Athletisch in den USA ausgebildet, brachte er erwartungsgemäß eine gute Physis mit. Wer den Jugendfußball dort kennt, der weiß vielleicht, dass bereits jede Schulmannschaft unheimlich viel in diesem Bereich tut. Meine Prognose wäre ihn erst einmal in der Reserve zu bringen, mit der Perspektive für die erste Mannschaft. Natürlich ist die USA keine Referenz in Sachen Fußball, aber in den letzten Jahren ist der Vorsprung anderer „Kontinental-Mächte“ geschmolzen. Rodriguez bleibt dem FCK hoffentlich erhalten und eine Nominierung für das letzte Spiel gegen St. Pauli, unter den selben Voraussetzungen wie bei Hajtic, fände ich ein gutes Signal. Wer die Leistungsdaten sieht mag vielleicht skeptisch sein, aber live machte er einen wirklich guten Eindruck.

In der beschriebenen Mannschaft befinden sich auch andere starke Spieler, die dem Stehgeiger aber nicht so sehr aufgefallen sind. Florian Pick (17) aus Wittlich ist das Pendant zu Osei-Kwado, Karsten Luft (18) traf als Stürmer 9 mal in der laufenden Saison, Ragnar Sveinsson (18, Island) und Michael Rauth (17, Österreich) sind beides Jugendnationalspieler ihrer Verbände. Alle Jugendspieler kann ich aus Zeit und informationstechnischen Gründen nicht beleuchten. Der Stehgeiger bemühte sich eine faire Auswahl zu treffen, basierend seiner subjektiven Beobachtung.

Man dürfte durch diesen Artikel vielleicht sehen, dass selbst ohne Ausbau des NLZ bereits Potentiale vorhanden sind. Jetzt liegt der Ball wie so oft bei den Verantwortlichen. Man kann auch viele Argumente gegen junge Spieler anbringen, aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Manchmal muss man den Jungen eine Chance geben und sehen was passiert. Mehr als Leistung zeigen können sie nicht, um Beachtung zu finden. Gerade herausragende Leistungen wie den Verbandspokalsieg, Aufstieg in die Bundesliga und das Finale im DFB-Junioren Pokal sollten genug Anlass sein, Foda, Fünfstück und Kuntz davon zu überzeugen, die Leute mit Verträgen und Perspektive auszustatten. Natürlich ist der Übergang zum Herrenbereich kein Selbstläufer und nicht jedes Talent ist den Anforderungen gewachsen. Aber im Vorhinein negative Urteile zu fällen und Jugendspielern weniger Chancen einräumen weil man beispielsweise kein hoch-zertifiziertes Nachwuchsleistungszentrum hat oder „nur“ in der Regionalliga spielt und negative Erfahrungen gemacht hat (Klement, Esswein, Schönheim, Halfar, Ziemer etc.), darf nicht zur Regel werden. Den Weg den der FCK einschlagen muss um zu überleben, ist eigene junge Spieler herauszubringen. Damit erhöht man den sportlichen und wirtschaftlichen Wert des gesamten Clubs. Beispiele dazu gibt es genug, wo viel weniger Tradition und vergangene Erfolge vorhanden sind. Den guten Namen, den der 1. FC Kaiserslautern immer noch genießt, sollte man endlich auch im Unterbau spüren können. Für eine erhöhte Durchlässigkeit ist ein kleinerer Kader von Nöten und dauerhafte Plätze für 2-3 Jugendspieler, wie es Kuntz angekündigt hat. Foda genießt den Ruf aus Österreich, jungen Spielern Chancen zu geben. Mit Linsmayer, Zellner, Heintz, Zuck und Orban hat er das getan, mit wechselndem Erfolg. Aber genau das ist das kalkulierbare Risiko bei der Sache. Dabei muss angesetzt und weitergemacht werden. Der DFB gibt hierzu auch eine klare Anleitung, was die local player Regelung besagt. Der Stehgeiger sieht lieber Eigengewächsen beim Dilettieren zu, als zugekauften Kickern aus aller Welt, die auch bei den Fans schnell den Kredit verspielen. Dabei geht es überhaupt nicht um Deutsche oder Ausländer, sondern um eigens ausgebildetes Spielermaterial. Völlig egal, woher derjenige dann auch stammen mag.

Nun wurde sehr viel über die Spieler berichtet, aber kaum etwas über die Trainer. Fünfstück habe ich bereits im ersten Teil dieses Artikels beleuchtet. Als Foda und sein Team unter Druck stand, vernahm der Stehgeiger bereits erste Stimmen die seine Ablösung durch den frischen Fünfstück forderten. Nicht das ich der selben Meinung bin, aber die grundsätzliche Idee mal eigene Trainer nach oben zu befördern, halte ich für sehr wichtig. Wieder machen es andere Teams vor und bringen eigene Trainertalente heraus (Streich, Tuchel, Wiesinger etc.). Beim FCK wäre ein Name, der diesbezüglich nie gefallen ist: Gunther Metz. Warum eigentlich nicht? Er hat es bis ins Finale um die deutsche Meisterschaft geschafft, den Verbandspokal geholt und das Finale des DFB-Pokal mit seiner Mannschaft erreicht. „Magic Metz“ wäre für den Stehgeiger in Zukunft mal ein Kandidat, die erste Mannschaft zu trainieren, sollte die Position vakant sein. Hier liegen die Vorteile auf der Hand: kennt den Verein und die Strukturen, bringt in der Regel sofort Nachwuchsleute mit nach oben, kann zeitnah geholt werden und im Falle des Misserfolgs zurückgestuft werden.

Wieder ein Denkanstoß, der beim 1. FC Kaiserslautern noch nicht angekommen ist, oder nach Außen nie kommuniziert wurde.

 

In diesem Sinne

Euer Stehgeiger

Relegation! Und jetzt? Teil 2/3 Offene Fragen nach einer wechselhaften Saison

Der 1. FC Kaiserslautern hat das sportliche Minimalziel erreicht und sich mit dem dritten Platz die Relegation gesichert. Stefan Kuntz war danach an den Sky Mikrophonen zu sehen und hören, dass die Anhängerschaft doch gefälligst ihre Ansprüche herunter schrauben müsste. Welche Ansprüche?

Nach der verheerenden Saison 2011-2012 und dem damit verbundenen Abstieg in die zweite Bundesliga, hatten wohl die wenigsten Fans ernstliche Ansprüche auf den Wiederaufstieg. Der Tenor in Foren wie www.transfermarkt.de oder auch www.der-betze-brennt.de war fast ausnahmslos negativ. Alle sollten von Bord, die nicht mehr richtig mitziehen wollten. Das betraf Leistungsträger der Vorjahre wie Christian Tiffert, Rodnei und Oliver Kirch (ja auch O. Kirch wusste in der ersten Saison nach Wiederaufstieg phasenweise zu überzeugen). Andere Spieler wurden nicht gehalten bzw. auf Grund von Klauseln verkauft/verliehen (Kevin Trapp, Olcay Sahan, Itay Shechter, Gil Vermouth, Richard Sukuta-Pasu, Andrew Wooten, Ilian Micanski, Leon Jessen uvm.). Wieder einmal regierte der eiserne Besen beim FCK, nur dieses mal sollte, wie so oft alles besser werden. Man gestand sich Fehler in der Kaderplanung ein und Kuntz nahm einen Teil der Schuld auf seine Kappe. Ein weiterer Umbruch vom Umbruch sollte folgen.

Ergebnis dieses neuerlichen Frühjahrputzes war dann, dass eine Reihe teils namhafter Spieler den Weg in die Pfalz fanden (Mo Idrissou, Marc Torrejon, Mimoun Azouagh, Alexander Baumjohann, Enis Alushi, Albert Bunjaku, Florian Riedel und später Mitchell Weiser, Markus Karl, Erwin „Jimmy“ Hoffer, Benjamin Köhler, Chris Löwe). Unter diesen illustren Kreis von neuen Kickern mischten sich auch einige Eigengewächse: Denis Linsmayer, Willi Orban, Steven Zellner, Hendrick Zuck und Dominique Heintz. Gerade Heintz und Zuck wussten recht schnell zu überzeugen und eroberten sich Stammplätze, so dass der gemeine FCK-Fan schon von einer neuen „goldenen Generation“ sprach.

Na, wem ist jetzt schon schwindelig vor lauter Namen? Ich möchte ungern auf die einzelnen Namen eingehen, wovon ich auch einige nicht erwähnt habe, denn jeden dieser Spieler kann man unterschiedlich evaluieren. Schaut man sich aber die Transferbilanzen der letzten drei Jahre an, dann erscheinen die Zahlen wie folgt:

Saison 2012-2013 24 Neuzugänge, 21 Abgänge

Saison 2011-2012 14 Neuzugänge, 16 Abgänge

Saison 2010-2011 19 Neuzugänge, 20 Abgänge

Im Vergleich dazu haben Clubs, die den Ruf eines Durchlauferhitzers genießen, besonders wenn Felix M. Trainer/Manager war, folgende Transferbilanzen:

VFL Wolfsburg:

Saison 2012-2013 20 Neuzugänge, 28 Abgänge

Saison 2011-2012 28 Neuzugänge, 19 Abgänge

Saison 2010-2011 18 Neuzugänge, 16 Abgänge

FC Schalke 04:

Saison 2012-2013 18 Neuzugänge, 21 Abgänge

Saison 2011-2012 13 Neuzugänge, 16 Abgänge

Saison 2010-2011 22 Neuzugänge, 26 Abgänge

Vorab muss man auch betonen, dass unter dieser Statistik auch Spieler der zweiten Mannschaften, die üblichen Kaderleichen, aufgerückte Jugendspieler und abgewanderte Jugendspieler aufgelistet werden. Trotzdem bleibt es interessant, schaut man sich die Transferaktivitäten von anderen Clubs an.

Borussia Dortmund:

Saison 2012-2013 13 Neuzugänge, 12 Abgänge

Saison 2011-2012 9 Neuzugänge, 12 Abgänge

Saison 2010-2011 12 Neuzugänge, 11 Abgänge

Hannover 96:

Saison 2012-2013 13 Neuzugänge, 11 Abgänge

Saison 2011-2012 9 Neuzugänge, 7 Abgänge

Saison 2010-2011 11 Neuzugänge, 15 Abgänge

VFB Stuttgart:

Saison 2012-2013 12 Neuzugänge, 7 Abgänge

Saison 2011-2012 10 Neuzugänge, 12 Abgänge

Saison 2010-2011 13 Neuzugänge, 15 Abgänge

(Quelle: www.transfermarkt.de)

Wie bereits erwähnt wäre es noch interessant zu wissen, welche von den Neuzugängen insbesondere für die erste Mannschaft eingeplant waren, oder sogar Stammspieler werden sollten. Jene Erhebung möchte ich aus reiner Bequemlichkeit nicht veröffentlichen (es heißt nicht umsonst Stehgeiger), aber beim schnellen überfliegen der Namen wird klar, dass der FCK mit den Wolfsburgern und Schalkern durchaus auf Augenhöhe agiert. Jeder kann die Zahlen/Namen im Internet und der oben angegebenen Quelle selbst nachlesen.

Natürlich kann man argumentieren, „if it’s broke don’t fix it“.

Was vielleicht für Clubs wie Hannover oder Dortmund stimmt, denn beide spielten recht erfolgreiche Serien. Aber gerade ein Verein wie der VFB Stuttgart der selbst immer mal knapp vor dem Abstieg stand und welchen finanzielle Sorgen plagen, schaffte mehr Kontinuität in der Personalplanung.

Hinzu kommt, dass der 1. FC Kaiserslautern in jener Zeit drei Trainer hatte. Wobei zwei von den dreien (Marco Kurz und Franco Foda) jeweils ihre eigenen Kaderwünsche erfüllt bekamen. Das traurige Intermezzo von Krassimir Balakov will ich da gar nicht weiter kommentieren.

Wer jetzt noch von Kontinuität und strategischer Ausrichtung spricht, der kann eigentlich nicht den FCK meinen. Trainer kommen und gehen wie Spieler immer mal, aber um erfolgreich zu arbeiten bedarf es wohl einer gewissen Ausrichtung und einem Konzept des Vereins. Man kann von Glück sagen, dass mit Stefan Kuntz wenigstens ein Entscheidungsträger in den letzten Jahren gleich blieb. Aber gerade seine Entscheidungen in der jüngsten Vergangenheit erscheinen ob der Zahlen und den erzielten Ergebnissen fragwürdig. Versteht mich nicht falsch, ich bin durchaus ein Fan von Kuntz, war es schon als er noch spielte, aber das Glück und die Weitsicht scheinen ihn verlassen zu haben, nimmt man nur die letzte und die komische aktuelle Saison als Referenz.

Was mir persönlich fehlt ist die maßgebliche Vereinsidentität. Wo ist der mittelfristige Plan Kaiserslautern wieder weiter oben zu etablieren? Soll das etwa durch die jährlichen „Fifa-Manager-artigen“ Wechselspiele erfolgen? Ich denke nicht. Bei einem ganz großen Verein auf der Welt heißt es, „mehr als nur ein Club“. Ich war jahrelang der Ansicht, dass das auch für den 1.FC Kaiserslautern gilt. Jetzt kommt hinzu, dass man immer mehr mit den eigenen Fans aneinander gerät und die mangelnde Unterstützung anprangert. Woher soll Identifikation und die sich daraus ergebende Unterstützung kommen, wenn das agierende Personal andauernd in diesen Maßen ausgetauscht wird. Will man sich beispielsweise ein Trikot kaufen, fährt man fast nur mit Tobias Sippel und Florian Dick eine sichere Schiene. Der Rest scheint völlig austauschbar und nach nur einem kurzen Jahr wieder weg.

Der Fan kratzt sich fragend den Kopf und die Vereinsverantwortlichen versuchen jedes Jahr ihr Handeln auf den Versammlungen zu rechtfertigen.

Stelle ich mir vor, ich wäre jetzt fünf Jahre alt und stünde vor der Entscheidung FCK-Fan zu werden, dann müsste ich erst mal an meinem Kurzzeitgedächtnis arbeiten und eine entsprechende Therapie machen, um mir diese Namen zu merken. Für meine bedingungslose Unterstützung sind seit zehn Jahren keine aktuellen Spieler mehr verantwortlich, sondern fast nur Geister der kaum merklich glorreichen Vergangenheit: Miro Kadlec, Axel Roos, Roger Lutz, Martin Wagner, Pavel Kuka, Stefan Kuntz, Ciri Sforza, Harald Kohr, Friedel Rausch und Otto Rehagel uvm. (ja, auch Rehakles), selbst Youri Djorkaeff bleibt mir persönlich in besserer Erinnerung als Tauchsieder wie Olcay Sahan.

Dabei ist es durchaus zulässig anzuführen, dass sich der Fußball und das Geschäft verändert haben. Trotzdem schaffen es andere Vereine in wenigen Jahren ein Gerüst aufzubauen, welches man dann nutzt um Jahr für Jahr ein Team aufzubauen. Bei den roten Teufeln fehlt mir dieses Gerüst und das überträgt sich direkt auf die fehlende Philosophie und Spielidee. Wechselnde Systeme, taktische Ausrichtungen und Personal tragen dazu bei, dass der FCK chronisch wankelmütig wirkt.

Natürlich hat auch jeder Trainer seine Idee vom Spiel, aber einige übergeordnete Tugenden bzw. Taktiken kann man auf Grund der Geschichte nicht mehr weglassen. Vereine wie Freiburg, Dortmund, Hannover und Mainz haben es geschafft sich eine Identität zu bauen, die fast unabhängig von Trainer und Spielern funktioniert. Der kurzfristige Erfolg mag diese Clubs als ungeeignete Beispiele erscheinen lassen, aber schaut euch doch mal an woher diese Vereine kommen. Dortmund am Rande des finanziellen sowie sportlichen Abgrunds, Hannover 96 geplagt durch eine der schlimmsten Tragödien die der deutsche Fußball kennt, Mainz 05 aus der totalen Bedeutungslosigkeit hinter dem FCK erstiegen und der SC Freiburg als gallisches Dorf in Mitten der Fußballgroßmächte. Keiner dieser Vereine hat irgendein Wundermittel, geheimes Labor oder bahnbrechende Neuerungen erfunden. Kontinuierliche Arbeit mit einem übergeordneten Vereinsziel, was unabhängig von den normalen Fluktuation des Fußballgeschäfts funktioniert.

Das sind grundlegende Entwicklungen und keine kurzfristigen Hau-ruck-Aktionen wie panische Spielerkäufe. Dafür muss man solche Pläne auch den Fans kommunizieren. Beim SC Freiburg sprach man nicht von Ligazugehörigkeit, sondern von den besten 20 Vereinen in Deutschland unter welche man gehören will. Strukturell sind wir allen angeführten Beispielen unterlegen, was auch finanzielle Gründe haben mag. Aber nutzt uns beispielsweise eine Fan-Anleihe in Höhe von 6 Millionen €, wenn man keine feste Zusage über einen möglichen Kauf bzw. Pachtvertrag vom wichtigsten Partner (Stadt Kaiserslautern) hat? Was nützt uns ein schöneres NLZ, wenn die Durchlässigkeit von der Jugend in den Profi-Bereich absolut nicht gegeben ist und Spieler fast nur zufällig mal oben landen. Uns sind so viele Talente aus den klassischen Einzugsgebieten durch die Lappen gegangen, dass das nicht nur an den alleinigen infrastrukturellen Gegebenheiten gelegen haben kann. Und auch der Umgang mit eigenen Talenten lässt zu wünschen übrig.

Ein erster Schritt ist gemacht und mit Konrad Fünfstück ein fähiger Mann am Ruder. Auch die jüngsten Erfolge der A-Jugend wirken diesbezüglich wie ein Hoffnungsschimmer. Aber was bringt das alles, wenn die entsprechenden Trainer nicht mitspielen? Ich erwarte mir da vom Verein selber, dass er Regeln und Organisationsstrukturen vorlegt, denen sich jeder Übungsleiter zu unterstellen hat.

Mehr dazu im dritten Teil meiner Artikel-Serie „Relegation! Und jetzt?“.

Beste Grüße

Euer Stehgeiger