Aus dieser hohlen Gasse muss er kommen! – Der FCK auf Trainersuche, oder nicht?

Der Stehgeiger meldet sich frisch zurück aus dem Urlaub und durfte unter der sengenden Hitze Italiens, mit einiger Verspätung, aus dem Kicker erfahren, wie sich Stefan Kuntz dafür entschied, Franco Foda zu entlassen.

Nach drei Siegen und zwei Niederlagen in der noch jungen Saison, entschied sich der Vorstandsvorsitzende Kuntz dafür, seinen ehemaligen Spielerkollegen Franco Foda in die Arbeitslosigkeit zu stürzen. Die beiden Ex-Spieler, welche sich in besseren Zeiten „ein Zimmer auf den Auswärtsfahrten“ teilten (O-Ton Kuntz), fochten nur kurz via diverser Medien über die Entscheidung.

Wie kam es zur Trennung? Kurz vor dem Trainerwechsel hatte der ruhmreiche 1.FC Kaiserslautern mit 0:4 beim VfR Aalen verloren. Zum Spiel wurde bereits an anderer Stelle alles gesagt und geschrieben. Da ich es auch nicht live verfolgen konnte, spare ich es mir, diese Schmach noch einmal im Detail zu analysieren. Wenn Foda nun sagt, dass schon „größere Mannschaften als der FCK“ solche Niederlagen einstecken mussten, dann liegt er damit sicherlich richtig.

Was sind also die Gründe für den überraschenden Kurswechsel am Betze?

Vieler Orts wurde bereits eine Ablösung Fodas gefordert, nachdem man zuerst um die Relegation/Aufstieg zittern musste und sich dann in den beiden Duellen mit der TSG 1899 Hoffenheim als relativ chancenlos erwies. Doch in der kommenden Saison sollte vieles besser werden. Neue Spieler wurden wie immer zuhauf verpflichtet und einige der neuen Gesichter konnten auch direkt überzeugen bzw. gute Ansätze liefern.

Ansonsten tat sich nicht viel in Kaiserslautern. Anstelle von Albert Bunjaku als zuverlässigen Torschützen rückte der junge Simon Zoller und etliche lange Bälle wurden auf Idrissou gefeuert, in guter Hoffnung. Man überragte selten und selbst bei deutlichen Siegen wie gegen den FC Ingolstadt wirkte die Elf limitiert und uninspiriert. Damit meine ich nicht den Kampfgeist oder gar den Willen, sondern ganz einfach die fußballerische Idee und die Kreativität. Alexander Ring war auserkoren, mit spontanen Einzelaktionen und Sololäufen die gegnerischen Reihen zu überraschen. Das lahme Flügelspiel der Vorsaison sollte durch Gaus und Matmour belebt werden. Gaus tat sich als Perspektivspieler hervor, ließ aber leider zu oft durch Ungenauigkeiten sein Spiel fruchtlos enden. Gegen FC Energie Cottbus hätte er den Club in Unterzahl zum Sieg schießen müssen. Aber so etwas kommt selbst bei Pep Guardiola vor!

Karim Matmour, der wenig Offensive brachte, dafür aber mit Florian Dick im Verbund die sicherste rechte Seite in der gesamten 2. Bundesliga festigte, durfte dann gegen das Team von Rudi Bommer seine wahre Natur zeigen. Nach der frühen roten Karte gegen den Kapitän Dick, ackerte, kämpfte und grätschte Matmour als rechter Verteidiger. Jeder der sich seit Jahren etwas Konkurrenz für den treuen Florian Dick gewünscht hatte, durfte seine feuchten Träume erfüllt sehen.

Wenn Matmour im nächsten Spiel nicht als RV aufgeboten wird, dann versteh noch einer den Fußball?! Selten hat sich ein Spieler des FCK in den letzten Jahren dermaßen für eine Position aufgedrängt, wie Matmour es an diesem etwas trostlosen Montagabend getan hat. Das meine ich gar nicht despektierlich, sondern ist mein völliger Ernst. Seine Leistung gehörte zu den Besten der aktuellen Saison.

Differenzen zwischen Trainer und Mannschaft sollen letztlich für den Abgang Fodas gesorgt haben. Sicherlich war seine Menschenführung antiquiert, aber Foda wischte diese Vorwürfe in einem Interview mit www.sport1.de weg. „Ein Problem“ zwischen ihm und Kuntz soll es gegeben haben.

Näheres dazu durfte man nicht erfahren. Vielleicht ist es auch besser so. Foda machte von seinem Recht Gebrauch, sich in der Öffentlichkeit zu wehren. Dabei verzichtete er aber auf tiefgreifende Geheimnisse und die Offenlegung belastender Beweise. Ich finde das sollte man ihm hoch anrechnen. Neben all seinen Fehlern auf und neben dem Platz, sowie seiner stellenweise verzerrten Sicht der Dinge, scheint Franco Foda ein anständiger Mensch zu sein.

Das erste Spiel ohne Franco Foda sollte zum Schaulaufen für den bisherigen Athletik- und Konditionstrainer Oliver Schäfer werden. An seiner Seite als Co-Trainer agierte der Team-Manager, sprich „Mädchen für alles“, Roger Lutz. Die beiden einstigen FCK-Spieler traten also ein Erbe auf Zeit an. Kuntz lässt sich bis heute nicht in die Karten schauen, wer denn nun neuer Leiter am Betzenberg wird. Nach dem emotionalen 2:2 gegen Cottbus, trotz Unterzahl, zielt Kuntz vielleicht darauf, dass Schäfer eine positive Emotion in der Mannschaft weckt. Und diese zarte Flamme will der Vorstandsvorsitzende nicht austrampeln. Nach dem Spiel war zu hören, dass Schäfer definitiv beim Spiel gegen Sandhausen am Ruder sein wird. Dazwischen liegt bzw. lag die Länderspielpause mit einem schmalen Trainingsaufgebot. Von einigen Kiebitzen war zu hören, dass Jan-Lucas Dorow, Ricky Pinheiro (gerade aus Kassel zum FCK zurückgekehrt) und Mario Pokar aus der U-23 Mannschaft zum Training der Profis geladen waren. Außerdem gab man auch Manfred Osei-Kwado die Chance (U-19) sich ganz oben zu zeigen.

Der Schuss nach den Apfel

Jetzt spekuliert ganz Kaiserslautern wild daher und unterschiedlichste Namen geistern durch das Blätterwerk und die digitalen Triebe der Medien. Die WAZ berichtete bereits die Einigung mit dem ehemaligen Duisburger Cheftrainer Kosta Runjaic, der auch mal als Co-Trainer beim FCK II tätig war. Flugs dementierte Kuntz. Ciriaco Sforza meldete sich auf Nachfrage der Bild und Blick (Schweiz) zu Wort, dass er „bereit sei für den FCK“. Die Bremer Institution Thomas Schaaf hat noch keine neue Anstellung, was aber angesichts seiner möglichen finanziellen Forderungen für Kaiserslautern nur ein Wunschtraum bleiben wird. Diese Liste ließe sich über Heiko Vogel (der angeblich wegen des bei Schaaf aufgeführten Grundes nicht zur Verfügung steht), Bruno Labbadia (frisch aus Stuttgart verabschiedet), Holger Stanislawski und viele weitere Namen fortführen.

In den eigenen Reihen tummelt sich noch Konrad Fünfstück, der Nachwuchsleiter und Trainer der U-23 Mannschaft, welcher laut Kicker in Elversberg heiß begehrt war. Ihn zu inthronisieren könnte eine Variante sein, die aber eine Vakanz auf seinen aktuellen Positionen hinterließe. Fünfstück als Fachmann war eine absolut notwendige Verpflichtung und man kann von Glück sagen, dass Kuntz der Coup mit dem Ex-Fürhter gelang.

Der nächste Schuss muss sitzen, dass weiß auch Stefan Kuntz sehr genau. Er dürfte entgegen Tells auch nur einen letzten Pfeil im Köcher haben, um den Apfel vom Kopf des gesamten Vereins zu schießen. In diesem Jahr steht eine Jahreshauptversammlung an, wo Kuntz sich den Mitgliedern stellen muss. Sollte es unter dem neuen Coach, wer auch immer es sein möge, nicht laufen, dürfte auch die Luft an der Spitze ganz schnell sehr dünn werden. Stefan Kuntz ist ein Sympathieträger und nutzt solche Gelegenheiten für tolle Reden. Es darf aber daran gezweifelt werden, ob der Verein und Vorstand dem Druck einer Opposition und der Fans gewachsen sein wird, wenn die Roten Teufel führerlos im Mittelfeld der zweiten Liga rangieren.

Kuntz hatte zwei Pfeile im Köcher. Den einen feuerte er auf Franco Foda, was nach einer Analyse der „letzten 39 Spiele“ unausweichlich wurde und den anderen muss er nun in Richtung eines erfolgbringenden Übungsleiters schießen. Gelingt ihm das nicht, so wird sich in Reihen der Opposition oder des Aufsichtsrats ein Wilhelm Tell auftun, der ihm in einer dunklen Gasse, der anstehenden JHV, auflauern wird. Mir liegt es fern den geschätzten Stefan Kuntz als tyrannischen Vogt darzustellen, er könnte immer noch ein heroischer Tell werden. Aber in diesem schnelllebigen Geschäft dürfte es niemanden verwundern, wenn die Helden von gestern zu den Idioten von morgen werden.

Im Falle des Königsmordes sind die Köcher prall gefüllt. Aus diversen Richtungen darf man vernehmen, dass die finanziellen Bilanzen des 1.FC Kaiserslautern sich bedrohlich einem tiefen Abgrund nähern, der aus einem Fundament von Vorwürfen um Altlasten, Neuverschuldung, miese Bilanzen, Steuergeldern, dilettantischer Planung und Transferflops besteht. All das wird auf unseren Vorstandsvorsitzenden und seine Gefolgsleute (Fritz Grünewald z.B.) einprasseln, sollte der sportliche Erfolg nicht Linderung schaffen. Wie und ob jene Vorwürfe in irgendeiner Form der Wahrheit entsprechen, wird sich wohl erst auf der Jahreshauptversammlung klären lassen. Viele Fans scheuchten die Diskussionen in Foren und Zeitungsartikel (FAZ) jedenfalls auf.

Der Bauchmensch Kuntz steht am Scheideweg und hat noch einen Versuch den Club und seine eigene Rolle zu retten. Ich persönlich hoffe darauf, dass Kuntz das Glück auf seiner Seite hat und jemanden installiert, der den FCK in die 1.Bundesliga zurückführt. Eins sollte man sich vor Augen halten, sind die Bilanzen wirklich so schlecht, wie es aus Internetforen und Anklageschriften schallt, geht es den Nachfolgern am Betzenberg wie einer neuen Bundesregierung. Alle etwaigen Verfehlungen werden den Vorgängern angelastet werden und Kontinuität bleibt auf der Strecke.

Als Gesicht dieses Vereins hat Kuntz wirklich ganze Arbeit geleistet und sollte sich im sportlichen Bereich weitere Kompetenz sichern. Ein neuer Trainer und ein Sportdirektor, wie hier schon ausführlich diskutiert sind wohl unstrittig die Werkzeuge, um den FCK wieder auf Kurs zu bringen.

Als der chronisch blanke 1.FC Köln sich die Dienste von Jörg Schmadtke sicherte, gingen zumindest bei mir die Alarmglocken an.

Für den Stehgeiger heißt es Daumen drücken, dass Kuntz einmal mehr den Retter spielen darf. So ist es nun mal mit Erfolg an der Spitze, all den Ruhm sackte er für die Rettung seit 2008 ein und im Falle des Misserfolgs wird er auch für den Spott und Hohn nicht sorgen müssen. Unantastbar ist er mit Sicherheit nicht, genauso wenig unfehlbar. Den Bilanzen und deren scheinbar desaströse Gestalt sollten sich andere Leute widmen, da ich auf diesem Sektor absolut unwissend bin. Die Jahreshauptversammlung wird darüber Aufschluss geben, wie tief dieser Abgrund tatsächlich ist. Was jene Enthüllungen für die Fan-Anleihe (zu Gunsten des NLZ geplant und beworben) bedeuten könnten, wage ich mich gar nicht erst auszumalen.

Es ist mal wieder Chaos in Lautern und die Protagonisten stehen im Fokus. Das Schafott ist bereits in Planung und es wird höchste Spannung bringen, zu sehen wer den Kopf aus der Schlinge ziehen darf. Klar ist, kommt der 1.FC Kaiserslautern unter Schäfer oder Mister X wieder in Fahrt und steuert auf die Spitzenplätze dieser Liga zu, kann alles andere leicht entschärft werden. Was zwei aufeinanderfolgenden Jahre in der 2. Liga für den Verein bedeuten können, hat Kuntz oft genug ehrlich aufgezeigt. Um unter den aktuellen Konstellationen (Stadionmiete, Infrastruktur etc.) überleben zu können, braucht Kaiserslautern die Einnahmen aus Erstligafußball.

Im Sinne des ganzen Vereins drücke ich die Daumen!

Stehgeiger

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Ausgebremst! Der FCK nach dem Pflichtsieg im Pokal und dem Spitzenspiel in Fürth

Der 1. FC Kaiserslautern setzte sich in der ersten Runde des DFB-Pokals souverän gegen die Neckarsulmer Sport-Union (NSU) durch. Sieben Tore wurden dabei erzielt, was so manchen Fan dazu verleitete, bessere Zeiten am Betze einzuläuten. Ein Klassenunterschied von fünf Ligen machte sich besonders in der zweiten Halbzeit bemerkbar. In der Hitze ging der tapfer kämpfenden NSU die Energie aus und die Profis konnten das Ergebnis deutlich gestalten.

Nach den erfolgreichen drei ersten Pflichtspielen bestand die Gefahr, dass man sich von dem bisher Erreichten blenden lassen könnte. Im Ligabetrieb agierte der FCK meist relativ uninspiriert und profitierte von der Kaltschnäuzigkeit Zollers und den eher mäßigen Gegnern. Am Montag erwartete die Roten Teufel dann der erste richtige Härtetest, Absteiger Greuther Fürth bat zum Topspiel in der Trolli Arena.

Franco Foda überraschte Fans und Experten mit einer gewagten Aufstellung. Da Alexander Ring zur finnischen Nationalelf gereist war und Ruben Jenssen auf seine Nominierung (Norwegen) verzichtete (in Einvernehmen mit dem Nationaltrainer Olson), rechnete man eigentlich mit dem Startelf-Debüt des Norwegers. Stattdessen brachte der Trainer aber Karl und Borysiuk im Zentrum. Der junge Pole hatte bis dahin überraschenderweise nicht mal im Kader gestanden. Kleinere Blessuren hatten den Stammspieler der letzten Saison zurückgeworfen. Karl und Borysiuk im defensiven Mittelfeld versprach Zweikampfhärte und wenig offensiven Esprit. Ariel Borysiuk mag von diesem Duo noch eher in der Lage sein, auch das Spiel nach vorne anzukurbeln.

Die Viererkette blieb unverändert und auf den Außenbahnen durften wieder Gaus und Matmour beginnen. Gerade Matmour hatte sich meiner Meinung nach nicht für weitere Auftritte in der ersten Elf empfohlen. Defensiv sehr solide, brachte er doch sehr wenig im Vorwärtsgang.

3-Tore-Mann Zoller, wiedergenesen nach einer Zehenprellung, fand sich auf der Bank wieder. Der im Pokal erfolgreiche Occean durfte neben Idrissou an seiner alten Wirkungsstätte stürmen.

Zwei Läufer, zwei klassische Abräumer und zwei sehr identische Stoßstürmer sollten also die mit zwei Siegen gestarteten Fürther überrumpeln. Auf den beweglichen Zoller wurde ebenso verzichtet, wie auf einen möglichen Spielgestalter Jenssen.

Die Partie begann recht zerfahren und man merkte beiden Teams an, dass zu diesem Zeitpunkt in der Saison noch nicht alles zusammenpasst. Kaiserslautern war aber spielerisch gefälliger und erzielte folgerichtig das 0:1 nach einem Eckball Matmours durch Kopfball Idrissou. Kurz darauf kassierten die Roten Teufel bereits den Ausgleich durch den giftigen Goran Sukalo. Einen Pass in den Rücken der Abwehr nutzte der sträflich freie Zsoltan Stieber zu einem Schussversuch, welcher dann von Sukalo ins Tor geköpft wurde. Bei dem Kopfball spielte die Betze-Elf fahrlässig auf Abseits, dass aber durch einen Spieler weit außen aufgehoben war. In der Folgezeit lief beim 1.FC Kaiserslautern nicht viel zusammen und echte Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware.

Die Fürther gewannen aber an Überlegenheit und setzten jene durch rigorose Zweikampfführung und Cleverness durch. Wer sich darüber beklagt, dass im heimischen Stadion Freistöße geschunden werden, der war wohl Anfang der 1990er Jahre nie auf dem Betzenberg. Die Kleeblätter agierten giftig und wurden auch für manch unsportliches Spiel bestraft. Tom Weilandt kassierte eine Gelbe Karte für den dilettantischen Versuch einen Elfmeter zu provozieren. Ich kann aber als FCK-Fan mit zwanzigjähriger Erfahrung andere Teams nicht dafür verurteilen, alles dafür zu tun, dass die eigenen Farben gewinnen. Schiedsrichterleistung hin oder her, die Statistik hat den FCK mit 24 zu 22 Fouls und 25 zu 24 Freistößen gegenüber den Hausherren. Da lässt sich für meinen Begriff schwerlich von Bevorteilung sprechen. Und wer Goran Sukalo vorwirft Mohamadou Idrissou absichtlich provoziert zu haben, der kann nun wirklich kein Beobachter der 2. Bundesliga sein. Idrissou nicht in Zweikämpfe zu verwickeln und ihn nicht zu attackieren wäre völlig kurzsichtig. Jeder Spieler und Trainer weiß doch, wie kurz die Zündschnur bei unserem Torjäger sein kann. Gelbe Karten sieht er für sein Einsteigen häufig, wobei er selten sich und den Gegenspieler schont. Es gehört zu einer cleveren Spielausrichtung und Erfahrung, dass man ihn durch kleine Nickeligkeiten aus der Fassung bringt. Das ist Sukalo und der SpVgg Greuther Fürth sehr gut gelungen. Axel Roos tat selbiges immer, wenn Martin Dahlin auf den Betze kam.

Ich kann also die vielen Reaktionen auf die Spielweise der Kleeblätter nicht nachvollziehen, am Betze spielte der FCK traditionell mit solchen Mitteln und kam oftmals erfolgreich damit durch. Fürth spielte Kaiserslautern nicht an die Wand, aber war giftiger, galliger und williger. Der 2:1 Siegtreffer durch Ognen Mudrinski (79. Minute) war unter diesen Umständen durchaus gerechtfertigt. Auch hier stimmte die Zuordnung nach einem Eckball nicht und der Neuzugang aus Belgrad kam ungedeckt zum Kopfball, welcher für Torhüter Tobias Sippel sehr spät zu sehen war.

In den letzten vierzehn Minuten verpasste es der FCK spielerische Mittel gegen die kämpfende Heimmannschaft zu finden. Auch die späten Einwechslungen von Drazan, Zoller und Kevin Stöger brachten nicht mehr den erhofften Effekt. Zum Ende war es ein ungefährdeter Heimsieg für von Frank Kramer trainierten Franken.

Nun ist es durchaus möglich in Fürth zu verlieren, aber die taktischen Maßnahmen von Franco Foda waren zum Haareraufen. Keinerlei Kreativität im Zentrum und die Zwillinge Occean/Idrissou in der Spitze brachten genau das, was sie versprachen. Die zwei Abräumer räumten ab, taten aber sehr wenig für die spielerische Linie. Die Außenspieler fanden kaum statt, auch weil sie sehr wenig eingesetzt wurden. Wer sollte die zwei schnellen Spieler auf bedienen?

Im Sturm standen sich die zwei „Türme“ ständig auf den Füßen und man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass dieses Duo gegen bessere Gegner keine Zukunft hat. Der agile und bewegliche Zoller fehlte als Anspielstation und seinen Lauf mit 3 Toren aus den ersten 2 Spielen unterbrach Foda gekonnt. Die Verletzung war laut Vereinsangaben bereits abgeklungen und Zoller spielte auch unter der Woche im Testspiel gegen die SV Viktoria Herxheim (1 Tor Zoller).

Ruben Jenssen muss sich seinerseits auch etwas veräppelt vorkommen. Zeigte er doch Initiative und rückte von seiner Nominierung zum Freundschaftsspiel-Klassiker gegen Schweden ab, hockte der pass-sichere Mittelfeldspieler in Fürth auf der Bank. Egal welche taktische Marschroute Foda sich überlegt haben mag, das war definitiv kein gutes Zeichen an den Norweger. In der Vergangenheit wurden Spieler wie Fortounis und Borysiuk für ihre Länderspielreisen vom Trainer kritisiert, jetzt dankt es Foda Jenssen mit der Nichtberücksichtigung. Man kann immer argumentieren, dass der Spielverlauf eine Einwechslung verhinderte oder der Plan für das Spiel anders aussah, aber gerade ein offensiver Mittelfeldakteur in der Zentrale fehlte an allen Ecken und Enden. Jenssen soll laut Beschreibung so jemand sein.

Wie jeden anderen FCKler ärgert mich diese unnötige Niederlage auch, aber auf der anderen Seite bin ich darüber beruhigt, dass man früh in der Saison einen Denkzettel verpasst bekam. Wer wiederholt spielerisch so dürftig auftritt, hat auch keine Punkte verdient. Ich hoffe Foda sieht das ein und verbannt diese Aufstellung in den „gescheiterte-Ideen“ Keller. In den Medien und anderen Fanportalen wurde mir für meinen Geschmack viel zu positiv über die bisherigen Leistungen berichtete und diskutiert, wobei ich keine größeren Verbesserungen zum ideenlosen Spiel der letzten Saison erkennen konnte. Niemand will ein Besserwisser sein, es geht nur um das Wohl des Clubs. Foda sollte sich dabei genau überlegen wie er aufstellt und mit Spielern umgeht, sonst endet diese Aufstiegsmission schneller als es den Fans und Verantwortlichen lieb sein sollte. Wer dann auch noch an den Sky-Mirkofonen von einer „sehr, sehr guten Leistung in der 2. Halbzeit“ spricht, der hat diese Meinung exklusiv. Bei weiteren Auftritten dieser Art, wird bald wieder von „Schönfärber“ Foda die Rede sein. Hoffentlich kann man diese Leistung um Spitzenspiel richtig einordnen, denn es ist noch nichts verloren. Lernfähigkeit darf man niemandem absprechen. Ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit!

Da ich in den kommenden drei Wochen im Urlaub bin, wird man erst danach wieder etwas von mir hören.

In diesem Sinne

Euer Stehgeiger

Zoller UNSER! Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss – Kommentar zum FCK

Der 1. FC Kaiserslautern hat die ersten beiden Spiele in der 2. Bundesliga hinter sich gebracht. Am ersten Spieltag wurde der SC Paderborn auswärts mit 0:1 besiegt und am heutigen Freitag kam der Gast FC Ingolstadt 04 mit 3:1 unter die Räder.

Sechs Punkte aus zwei Spielen bei 4:1 Toren hören sich nicht schlecht an. Von den nackten Zahlen her ein gelungener Auftakt des FCK. Ein Neuzugang sorgte besonders für Furore, der aus Osnabrück gekommene Stürmer Simon Zoller. Der vom Kicker zum besten Stürmer der abgelaufenen Drittligasaison gewählte Mann, sorgte mit 3 Toren aus den ersten beiden Spielen für Freude bei Fans und Verantwortlichen. Der 22jährige erinnert mit seiner Spielweise an Jürgen „Flipper“ Klinsmann. Bei der Ballverarbeitung hat er deutliche Schwächen, vor dem Tor ist er umso cooler. Seine Auftritte machen die schwere Knieverletzung von Kapitän Albert Bunjaku vergessen.

Zoller UNSER! In Rom bei den Laziali heißt es „Klose mit uns“, die Roten Teufel könnten sich an das „Zoller UNSER“ gewöhnen. Behält er seine Kaltschnäuzigkeit bei, könnte Zoller ein sehr wichtiger Baustein auf dem Weg zurück in die erste Bundesliga werden.

Neben Zoller fanden sich auch Alexander Ring, Marcel Gaus und Karim Matmour als Neuzugänge in der Startelf. Der junge Finne Ring überzeugte mit Schnelligkeit und fußballerischen Ideen. Es fehlt ihm noch die Anbindung zu den Mitspielern, aber was er technisch andeutet, könnte für den 1. Kaiserslautern in Zukunft sehr hilfreich sein. Gaus bearbeitete die linke Seite und konnte im Spiel gegen Ingolstadt den ersten Assist verbuchen. Durch eine Verletzung kurzweilig in der Vorbereitung zurückgeworfen, hat Gaus noch deutlich Luft nach oben. Der Ex-Frankfurter lässt aber eine gesunde Attitüde erkennen und bringt eine hohe Grundschnelligkeit mit. Im Tandem mit Linksverteidiger Chris Löwe gefällt mir Gaus ganz gut.

In den deutschen Sportmedien gibt es momentan nur ein Thema: Die Bayern und Pep Guardiola. Der Welttrainer verblüfft und verzückt Beobachter zugleich mit seinen taktischen Kniffen und Positionsspiel. Lahm im Mittelfeld, falscher 9er und Thiago auf der 6. Dabei wird verkannt, dass in Kaiserslautern auch ein „Pep“ unterwegs ist. Franco „Pep“ Foda-Guardiola. Der knorrige Übungsleiter überrascht mit seiner Aufstellung mindestens so viele Fans, wie der große Pep. Mit Neuzugang Karim Matmour wurde anscheinend ein astreiner Rechtsverteidiger geholt, der mit Pferdelunge Dick die Seite komplett zementiert. Matmour zeichnete sich bis jetzt darin aus, dass er unermüdlich nach hinten arbeitet und seine Offensivbemühungen ähnlich wie bei seinem Partner verpuffen. Dadurch wird das Spiel des FCK sehr linkslastig, worüber sogar Gregor Gysi staunen muss. Dieses Pärchen auf der rechten Seite versprüht ungefähr so viel Esprit, wie Franco Foda bei einer Pressekonferenz. Hatte man von Matmour mehr erwartet und bleibt er nur unter seinen Möglichkeiten? Oder ist das ein taktischer Kniff von Foda, um den Gegner einer offensiven Waffe zu berauben. Wie immer, der Erfolg gibt ihm recht.

Überraschend fanden auch Spieler wie Ariel Borysiuk, Dominique Heintz und Konstaninos Fortounis nicht den Weg auf den Platz bzw. in den Kader. Fortounis wurde Trainingsrückstand attestiert und Borysiuk hatte Magen-Darm. Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist im Vergleich zur vergangenen Saison ungleich höher. Ring, Jenssen, Karl, Borysiuk, Zellner, Alushi (wenn wiedergenesen), de Wit, Azaouagh und Kevin Stöger können alle irgendwo von den Positionen 6 bis 10 spielen. Bei de Wit und Azaouagh deutete der Kicker mögliche Luftveränderungen an. Wir werden sehen. Bei Dominique Heintz sieht die Lage anders aus. Er hat sich von seinem Kollegen Willi Orban den Rang ablaufen lassen. Orban, der im letzten Jahr noch häufiger im defensiven Mittelfeld agierte (Relegation gegen Hoffenheim, wieder so ein Guardiola), überzeugte durchaus als Innenverteidiger neben Jan Simunek. Da Foda mit ziemlicher Sicherheit ein abergläubischer Kauz ist, wird es wenige Veränderungen zum nächsten Spiel geben.

Zurück zu den bisherigen Spielen. Gegen Paderborn waren drei Dinge erstaunlich. Erstens, wie kalt Zoller vor dem Tor ist. Zweitens, wie gut Florian Sippel gehalten hat. Und Drittens, wie schwach die Teufel phasenweise agierten. Auch beim SCP hätte das Ergebnis deutlicher ausfallen können, aber Idrissou und Olivier Occean ließen gute Chancen liegen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man das Spiel gegen Ingolstadt gesehen hat. Phasenweise war der FCK stark und kontrollierte das Geschehen. Was Foda an den Sky-Mikrophonen als „brutale Geschwindigkeit im Umschaltspiel“ bezeichnete. Er erkannte aber auch, dass jeweils nach einem Treffer das Team komplett den Faden verlor. So arg wie gegen Paderborn musste zu Hause gegen die Schanzer nicht gezittert werden, aber es war erstaunlich wie weit sich die Lautrer zurückzogen. Ein gut ausgespielter Konter über Dra(ht)za(h)n (Hilfestellung bei der Aussprache) und Mo Idrissou reichte dann für den Knockout kurz vor Schluss.

Bis dahin waren die Männer in Rot arg passiv und überließen dem Gegner weitestgehend das Mittelfeld. Die Truppe von Marco Kurz konnte sich zwar nur wenige Chancen erspielen, aber durfte immer wieder durch Freistöße nahe des 16ers gefährlich werden. Eigentlich ein Tabu, im Profifußball so viele Fouls nahe des eigenen Strafraums zu begehen. Sippel und den unbeständigen Schützen sei Dank, passierte nichts weiter. Auch wenn es in diesem Jahr keinen Ronny in der 2.Bundesliga gibt, dürfte das gegen bessere Gegner zum Problem werden.

Ich möchte nicht zu viel meckern und unterdrücke die „Ratte“ in mir. Zwei Siege und sechs Punkte sind extrem wichtig und ein gutes Zeichen. Natürlich hapert es noch, aber man sollte der neu-formierten Truppe etwas mehr Zeit geben. Paderborn und Ingolstadt waren jetzt noch keine wirklichen Prüfsteine, was den Aufstieg betrifft. Man darf gespannt sein, wie sich das Team in den nächsten Wochen verhält und was für eine Stammelf sich herausbildet. Möglichkeiten hat Foda in dieser Saison viele und das Transferfenster ist noch offen. Ein gutes Pferd spring nur so hoch es muss! Aber wie hoch kann dieses rote Pferd eigentlich springen? Nicht dass es sich plötzlich umdreht und mit dem Schwanz eine Fliege…lassen wir das!

In diesem Sinne

euer Stehgeiger

Nachtrag zur Kaderanalyse – 1.1

Jakub Swierczok wird den 1. FC Kaiserslautern wieder verlassen. Polnischen Medienberichten zu Folge wird „Kuba“ wieder nach Polen verliehen.

http://www.90minut.pl/news/214/news2149833-Jakub-Swierczok-przeszedl-testy-medyczne-w-Ruchu-Chorzow.html

Ruch Chorzow wird den Stürmer sehr wahrscheinlich für ein Jahr leihen, mit Kaufoption.

Das wird die meisten FCK-Fans kaum interessieren, denn außer ein paar Einsätzen in der Abstiegssaison und in der U-23 (mit einem fantastischen Tor gegen TuS Koblenz), durfte er nicht viel zeigen.

Ich möchte aber an diesem Beispiel aufzeigen, wie unstrukturiert manchmal beim FCK gearbeitet wird. Jakub Swierczok kam in der Winterpause der Saison 2011/12 zum 1. FC Kaiserslautern und war nur Insidern des polnischen Fußballs bekannt. Er hatte eine gute Torquote in der zweiten polnischen Liga und wurde vom 1. FC Kaiserslautern für 420.000 € gekauft. Ausgestattet wurde der damals gerade 19-jährige Stürmer mit einem Vertrag bis 2015.

Er begann seine Saison beim FCK in der Startelf gegen Werder Bremen und durfte von sechs Spielen, drei mal von Beginn an auflaufen. Im gelang kein Tor oder eine Torbeteiligung. Wenngleich er gerade in seinem ersten Spiel gegen Werder tolle Ansätze zeigte und frech aufspielte. Danach kam das junge Talent nur noch in der U-23 zum Einsatz, wo er in 9 Spielen 3 Tore und 2 Vorlagen verbuchen durfte.

Und damit endet seine FCK-Geschichte auch schon. Zu Beginn der neuen Saison in der 2. Bundesliga wurde er zu Piast Gliwice verliehen und gleich im ersten Pflichtspiel verletzte er sich schwer. Eine Kreuzbandverletzung machte es ihm unmöglich, weiterhin Spielpraxis zu sammeln, wie von den Lautrer Verantwortlichen angedacht. Foda hatte ihn gewogen und als zu leicht empfunden.

Nach auskurierter Verletzung berichteten Polen-Experten in verschiedenen Foren, dass er gerne nach Kaiserslautern zurückkehren möchte und sich ins Team spielen will. Ich hatte ihn für U-23 auf dem Zettel und möglicherweise, auch nach der heftigen Auszeit, als Kaderspieler in der ersten Mannschaft. Dazu wird es nicht mehr kommen, obwohl Stefan Kuntz den jungen Mann den Fans als großes Talent anpries. Da musste man reagieren, um ihn vom Markt zu nehmen. In ein paar Jahren sei so einer viel zu teuer für den FCK. All diese Überzeugung scheint dahin, da man ihn jetzt mit einer Kaufoption zurück in die Heimat verliehen hat. Wie kann man in 1,5 Jahren und nicht mal 10 Spielen für die erste Mannschaft sagen, all das Potential ist scheinbar nicht vorhanden?

Ich wundere mich ehrlich darüber, wie man so eine Entscheidung fällen kann. Es ist logisch, dass er nach den Verpflichtungen von Zoller und Occean sehr geringe Chancen auf einen Platz unter den Top 25 Spielern des 1. FC Kaiserslautern hatte. Trotzdem wäre er eine logische Option für die U-23 gewesen. Zumal man ihm einen langfristigen Vertrag gab. Eine Entwicklung wird ihm jetzt nicht mehr zugestanden, denn selbst wenn er für Ruch Chorzow wie am Fließband trifft, wird man ihn nicht mehr am Betze sehen. Dafür hat der polnische Club die Kaufoption. Selbst wenn jener Club die Option nicht bedienen könnte, aus finanziellen Gründen, würden sie es doch tun und den Spieler gleich weiterverkaufen.

Welchen Gewinn erhofft sich der FCK von solch einem Geschäft? Es klingt alles danach, als wollte man den Spieler loswerden. Durch die Verletzung und eine Saison ohne Spielpraxis war kein Markt für ihn gegeben. Kein Verein der Welt hätte Geld für ihn gezahlt, dass auch nur annähernd die Ablöse und Gehaltskosten wieder einbringt. Nun erhofft man sich eine Leistungsexplosion, an der der FCK nur noch finanziell partizipiert. Wäre auch nachzuvollziehen, wenn Kuba die Lohnliste dermaßen belasten würde, dass Kuntz in Bedrängnis geriet. Jenes Szenario ist aber schwer vorstellbar, leistet man sich mit Bunjaku, Idrissou und Occean gleich drei 2.Liga-Schwergewichte für den Sturm.

Das Scouting und das Handeln des Vorstandes (Kuntz) ist mir in diesem Falle einfach zu trainerabhängig. Auch wenn Foda den Spieler vielleicht nicht schätzt, wer weiß wie lange er noch Trainer bleibt. Immerhin hat man Swierczok vertraglich verpflichtet, was auch für den Verein einen Vertrauensvorschuss wie auch eine Verpflichtung bedeutet. Bei den ersten Problemen gleich die Segel zu streichen, klingt für mich wenig mittelfristig gedacht.

Was ist, wenn der Stürmer in Polen kein Bein auf den Boden bekommt und kein Interesse besteht die KO zu ziehen? Dann hat man ihn wieder zum kommenden Sommer im Kader und darf sich die Finger wund telefonieren. Wo ist das Vertrauen in sein Potential/Talent geblieben?

Was erhoffte man sich eigentlich von ihm? Man konnte doch nicht ernsthaft davon ausgehen, dass ein Teenager, der kurz vor dem Transfer sein 19 Lebensjahr erreicht, den FCK in seiner damaligen Situation in der Liga hält. Ich dachte es sei ein Vorgriff gewesen, damit man nicht irgendwann keine Chance mehr hat um Jakub Swierczok zu bieten? Der Stehgeiger ist verwirrt.

Franco Foda befand ihn gar für die 2.Bundesliga zu schlecht, was schwer bestreitbar ist. Und selbst dann hätte man ihn in der U-23 auflaufen lassen können, damit er sich an das Land und die Sprache gewöhnt, als ihn direkt zurück in die Heimat zu schicken, wenn auch eine Liga höher.

So schnell sinken und steigen die Aktien beim 1. FC Kaiserslautern. Ich bin der Meinung diese Geschichte wirft ein schlechtes Licht auf das Scouting, das Trainerteam und den Vorstand. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass er uns vielleicht in diesem Jahr und nach der langen Verletzung nicht weitergeholfen hätte, aber wozu hat man eine U-23?

Schlüssig wäre die ganze Sache nur, wenn Swierczok ein absolut chaotischer Charakter wäre, der sich partout nicht in ein Team integrieren lässt. Dazu müssten Sachen neben dem Fußballplatz vorgefallen sein, die ihn als Spieler am Betze disqualifizieren. Davon hörte man bis dato nicht. Auch dann müsste sich die Scoutingabteilung unter Fehse den Schuh anziehen, denn wozu hat man heute zahlreiche Informationen über die Spieler, auch was ihr Verhalten und das Privatleben angeht. Niemand legt sich mehr ein faules Ei ins Nest, wenn der sportliche Gewinn nicht gegeben ist. Dafür sind die Spieler heutzutage einfach zu gläsern. Vereine sammeln nicht mehr nur sportliche Daten, sondern ganze Persönlichkeitsprofile über die Spieler.

Weiterhin wäre ein mögliches Szenario, dass er nach seiner Verletzung an der Sportinvalidität kratzt, was der medizinische Check bei Chorzow zeigen wird.

Der Stehgeiger wünscht Jakub „Kuba“ Swierczok alles Gute. Egal wie der Fall liegt, der 1. FC Kaiserslautern versucht sein Investment zu schützen und mich beschleicht das Gefühl, dass man dabei einen Fehler begangen hat. So oder so.

In diesem Sinne

Euer Stehgeiger

Die Antwoord – Post für Stefan, Antwort von Vanessa

Sehr geehrter Herr Stehgeiger,
vielen Dank für Ihr ausführliches und detailliertes Schreiben, welches Herr Kuntz aufmerksam gelesen hat. Er hat mich gebeten Ihnen zu danken.
Wir sind immer dankbar über Anregungen, Ideen und sachliche Kritik. Auch wir haben die abgelaufenen Saison ausführlich analysiert und lassen die Erkenntnisse in unsere Planungen für die neue Saison einfließen. Die Saisonvorbereitungen laufen auf Hochtouren und die Mannschaft befindet sich bereits sehr konzentriert in der Vorbereitungsphase.
Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in dieser Saison „oben dabei sein“ werden und wollen unser großes Ziel – den Aufstieg – schnellst möglich erreichen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Vanessa Pola
1. FC Kaiserslautern e.V.
Vorstandssekretariat
Fritz-Walter-Straße 1
67663 Kaiserslautern
Tel.: +49 – (0)631 – 3188 2101
Fax: +49 – (0)631 – 3188 303
E-Mail: vanessa.pola@fck.de
www.fck.de
 
Sitz und Registergericht Kaiserslautern: VR 1252
Vorstand: Stefan Kuntz (Vorsitzender), Fritz Grünewalt
Finanzamt Kaiserslautern: St-Nr. 19/675/0034/4 Ust-Id-Nr. DE 148 649 963

Post für Stefan vom Stehgeiger

1.FC Kaiserslautern e.V.

zu Händen Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz
Fritz-Walter-Str. 1
67663 Kaiserslautern

Fragen zur abgelaufenen Saison sowie Vorschläge

Sehr geehrter Herr Kuntz,

vorab möchte ich betonen, dass es sich bei meinem Anschreiben nicht um irgendwelche irregeleiteten Beschimpfungen oder respektlosen Anmerkungen halten wird.

Falls Sie die Zeit erübrigen können die folgenden Zeilen zu lesen, steigen Sie in meiner Gunst noch in unerreichte Höhen. Ich muss dazu sagen, dass ich Sie als kleiner Junge auf dem Betze habe spielen sehen und sofort ein Idol hatte. Ihre Leistungen mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 1996 in England und Ihre Rückkehr zum 1. FC Kaiserslautern, sowie Ihr Engagement seit 2008 nötigen mir den allerhöchsten Respekt ab. Ich bin sehr dankbar dafür, dass Sie die Geschicke beim FCK leiten.

Die abgelaufene Saison war für viele Fans und sicherlich auch Verantwortliche eine Enttäuschung. Natürlich darf man argumentieren, dass in der Relegation das gesetzte Ziel Aufstieg nur denkbar knapp verfehlt wurde. Aber die Art und Weise wie man den dritten Platz in der 2. Bundesliga erreicht hat und sich dann gegen die TSG 1899 Hoffenheim präsentierte geben mir Anlass zur Sorge.

Unter dem neuen Trainer Franco Foda wurde, auch auf Grund von Verletzungen (Enis Alushi, Markus Karl) ein wirklich unansehnlicher Fußball gespielt. Gerade die Rückrunde, abgesehen von den wichtigen Siegen gegen den 1. FC Köln und den FSV Frankfurt, boten spielerische Magerkost. Alle Last des Spielaufbaus lag bei Alexander Baumjohann und andere Kreativspieler waren mutmaßlich indisponiert. Es wurde, wie man es bereits unter Milan Sasic kannte, das Heil in langen Bällen auf Stürmer Idrissou gesucht. Gegen eine individuell stark besetzte und clevere Truppe wie Hoffenheim fand der FCK-Aufstiegszug seine Endstation. Aber auch schon gegen vermeintlich schwächere Gegner im Ligabetrieb tat man sich schwer.

Ich hoffe, wie viele weitere Fans, dass das Trainerteam um Franco Foda für die neue Saison eine andere Herangehensweise plant. Denn der antiquierte Fußball, den der FCK in großen Teilen der Saison bot treibt die Fans aus dem Stadion und in die Verzweiflung. Ich möchte betonen, dass ich nicht an der Kompetenz von Foda zweifle, mir steht es gar nicht zu jene einschätzen zu können, aber wie Sie wissen besteht Deutschland aus 81.000.000 Bundestrainern und der 1. FC Kaiserslautern hat Millionen „Trainer“ unter seinen Anhängern.

Jeder Anhänger hat seine eigenen Gedanken zum 1. FC Kaiserslautern und mir wurde in zahllosen Gesprächen mit Gleichgesinnten empfohlen, jene Gedanken doch mal vorzutragen bzw. für die Verantwortlichen offen zu legen.

Es wäre für die langfristige Zukunft des Vereins wichtig, wenn der FCK eine Spielidee entwickeln könnte, die auch unabhängig vom jeweiligen Personal funktioniert. Damit meine ich insbesondere ein fixiertes Positionsspiel, das angefangen in den Jugendabteilungen Einzug findet. So wäre gewährleistet, dass unabhängig vom jeweiligen Talent und Interpretation der Spielrolle, Spieler aus dem eigenen Unterbau die Anforderung der „Kampfmannschaft“ kennen. Ich begrüße die Entscheidung mit Konrad Fünfstück einen fähigen Koordinator und Trainer an dieser wichtigen Schnittstelle zu platzieren. Seine Leistungen mit der U-23 waren ganz hervorragend, formte er die Truppe binnen kürzester Zeit zu einem Aufstiegsaspiranten. Ganz gleich wie die Saison für die zweite Mannschaft dann zu Ende ging, jene Entwicklung darf man durchaus als Erfolg werten. Junge Leute wie Jan-Lucas Dorow oder Jean Zimmer darf man auf dem Zettel haben, geht es darum die Positionen der Rollenspieler bei der ersten Mannschaft zu besetzen.

Spieler aus dem eigenen Unterbau/Jugendabteilung müssen die Zukunft für den 1. FC Kaiserslautern bilden. Man sieht es bundesweit, wie „Talente“ spielerische Impulse geben und mit möglichen Ablösen dem Verein helfen. Auch andere Vereine mit wirtschaftlich schwierigen Positionen, konnten in der Vergangenheit auf Eigenmaterial aus der Jugend bauen und stabilisierten sich in der Folge. Hierbei dürfen Erfolge auch klarer nach Außen hin kommuniziert werden. Ich war beispielsweise beim Halbfinalspiel des DFB-Jugendpokals in Mönchengladbach und war sehr angetan von der Leistung der A-Jugend (U-19). Aber nur die wenigsten Fans wissen etwas über jene Erfolge. Bedenkt man die komplizierte Situation in der Vergangenheit, sind die jüngsten Triumphe der U-19 schon bemerkenswert. Hier kann der FCK mehr tun, als nur einen lieblosen Artikel auf der Homepage zu veröffentlichen. Für die Außendarstellung kann das nur von Vorteil sein. Auch waren die jungen Fohlen besser repräsentiert (Königs, ter Stegen, Heimeroth, Herrmann), was natürlich auch an der Ansetzung (Heimspiel) lag. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die jungen Leute das Gefühl haben, in Schlagdistanz zum Profidasein zu arbeiten. Mit Florian Dick als Pate der U-19 ist ein richtiger Schritt gemacht. Ein Vollprofi und Identifikationsfigur für viele Fans des FCK.

Durchlässigkeit ist ein weiteres Thema, dass im Zusammenhang mit der Jugendarbeit häufig fällt. Ich bin mir bewusst, dass gerade die Förderung der eigenen Jugend komplex ist und von vielen Faktoren abhängt. Es wird nicht gelingen, jeden hoffnungsvollen Spieler in den Profibereich zu integrieren, aber die Bemühungen sollten klar erkenntlich sein. Die Fans sehnen sich nach erfolgreichen Eigengewächsen und sind sich deren Bedeutung durchaus bewusst. Am Thema Jugendarbeit kommt man in Deutschland, auch auf Grund der medialen Berichterstattung, kaum vorbei. Spieler wie Mario Rodriguez, Halil Hajtic, Marcell Öhler, Manfred Osei-Kwado, Florian Pick und Michael Schindele uvm könnten das Potential besitzen, zukünftig Profis beim FCK zu werden. Ich hoffe man befindet sich vor allem mit Rodriguez und Hajtic in Gesprächen über mögliche Verträge. Gerade Hajtic verkörpert einen Spielertyp, der im Profibereich fehlt. Ob es nun zu einer Karriere kommen sollte, steht auf einem anderen Blatt und hängt mit zahlreichen Unwägbarkeiten zusammen. Das Risiko ist aber kalkulierbar und nach Außen hin leicht zu rechtfertigen. Die vielen Neuzugänge in den letzten 3 Jahren sind dagegen, sieht man wer noch sportliche Relevanz für den 1. FC Kaiserslautern besitzt, manchmal schwerlich zu verteidigen. Gerade wenn die sportliche Habenseite dann unbefriedigend ausfällt.

Natürlich muss man Leistungen im Jugendbereich in der richtigen Relation sehen. Das altbekannte Dogma, dass der FCK keine Ausnahmetalente internationalen Kalibers hat, gilt da nicht. Spieler wie Hajtic können sich nur auf der Bühne präsentieren, die ihnen gegeben ist. Wer so eine herausragende Torquote erzielt und auch gegen höherklassige Gegner heraussticht, verdient Beachtung. Man muss schließlich auch mit dem Material arbeiten, dass man hat. Jeder darf vom nächsten Götze oder Goretzka träumen, aber in der Realität sollte gerade die Durchlässigkeit jene belohnen, die etwas leisten. Unabhängig davon, ob es in der A-Jungend Bundesliga ist oder der Regionalliga.

Ohne gänzlich dem Jugendwahn zu verfallen, ist es wichtig einige Kaderplätze für Talente anzubieten. Der aktuelle Kader der Mannschaft in der 2.Bundesliga wirkt etwas aufgebläht. Mit den Rückkehrern von Leihgeschäften, feststehenden Abgängen, neuen Spielern und unvorhersehbaren Entwicklungen wartet eine wahre Herkulesaufgabe auf Sie Herr Kuntz. Sie haben das Thema vor einiger Zeit selbst angeschnitten und heute brennt es vielen FCK-Fans auf der Seele: der Sportdirektor/Manager.

Sie erfüllen im Moment einen riesigen Aufgabenbereich, den sicherlich nicht jeder so gut bedienen könnte. Ich will Ihnen weder etwas von ihrer Kompetenzfülle in Abrede stellen, noch ihre sportlichen Entscheidungen kritisieren. Aber ein Sportdirektor könnte sie erheblich entlasten und ein eigenes Netzwerk mitbringen, wovon der Verein profitiert. Auch das öffentliche Fadenkreuz im Falle von Misserfolgen, liegt vornehmlich bei Ihnen. Was ich im Übrigen sehr unfair finde. Für Ihre eigene Position und die des Vereins wäre eine professionelle Strukturänderung in Form eines Sportdirektors sehr wichtig. Ein Triumvirat um Trainer, Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor könnte bei zukünftigen Entscheidungen hilfreich sein. Gerade im Transferbereich, wo eigentlich jeder Schuss sitzen muss auf Grund der finanziellen Lage, könnte ein zusätzlicher Fachmann helfen.

Natürlich spielt die Kostenfrage eine Rolle und kompetente Leute wachsen nicht auf Bäumen. Trotzdem ist es dem Gros der Fans leicht zu erklären, wenn man eine strategische Position besetzt, anstatt einen potentiellen Leistungsträger zu verpflichten, auch in Liga 2. Vielleicht findet sich auch jemand in den eigenen Reihen und der Wert bemisst sich nicht kurzfristig, sondern langfristig. Auch muss klar sein, dass es mit der Hilfe eines sportlichen Entscheidungsträgers nicht sofort auf dem Platz besser läuft.

Wo ich gerade bei dem Personal aus den eigenen Reihen bin, kann ich die Arbeit von Gunther Metz gar nicht genug loben. „Magic Metz“ liefert seit einiger Zeit tolle Erfolge, selbst wenn der DFB-Pokal wie einst die Deutsche Meisterschaft nicht gewonnen werden kann. In Zukunft, damit möchte ich explizit nicht über eine etwaige Ablösung Franco Fodas sprechen, wäre es wünschenswert wenn ein Trainer wie Metz auch in die Konversation um einen Nachfolger als Cheftrainer der ersten Mannschaft aufgenommen wird. Vielleicht geschieht das intern sogar, aber nach Außen dringt nichts. Andere Vereine sind hier Vorbild, Trainer aus der eigenen Schmiede zu installieren. Gerade solche die im Jugendbereich erfolgreich sind, liegen aktuell im Trend. Auch hier muss der Gefragte eine Veränderung wollen, aber selbst der Anreiz dürfte Motivation für andere junge Trainer beim FCK sein.

Um diese vielen Zeilen abzuschließen, möchte ich noch ein Thema erwähnen. Oftmals wird im Fußball die Bedeutung von Teamgeist und Psychologie unterschätzt. Mannschaften mit einem tragenden Gerüst von Spielern, ergänzt durch Zukäufe und Talente, mischen den Profifußball auf.

Auch Gruppen die ein tragisches oder knappes Ereignis zusammen durchstanden haben, bilden neuen Zusammenhalt. Da entstehen Bindungen, die kein Mannschaftsabend oder Teambuilding kopieren kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die TSG 1899 Hoffenheim in der kommenden Saison eine gute Rolle in der Bundesliga spielen wird und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen kann. Auch hier hat der FCK durchaus Nachholbedarf. Ich konnte zum Beispiel keinerlei Informationen darüber finden, ob der Verein Psychologen konsultiert bzw. beschäftigt. Die Rolle der Psychologie in modernen Gruppen hat sich rapide verändert. Selbst in der Wirtschaft beschäftigen Konzerne solche Spezialisten und auch der ein oder andere Fußballverein nimmt solche Dienstleistungen in Anspruch. Gerade verletzte Spieler oder Leute mit sportlich vager Perspektive könnten solche Anlaufstellen gebrauchen. Das Teamklima kann über viele spielerischen Defizite hinweg retten. Eine Einheit zu formen ist mal wieder nicht so leicht, wie es sich schreibt. Aber die unterstützenden Strukturen darf man bereit stellen.

Das Heimspiel gegen die TSG 1899 aus Hoffenheim zeigte den FCK von seiner besten Seite. Die Fans besangen den Verein auch in der Niederlage bis zur letzten Sekunde. Ich bin darüber sehr froh und habe mehrere Aufrufe an Anhänger gestartet, damit es zu keinerlei Schmähung, Vandalismus oder Hooligan-Aktivität kommt. Nur darf man aus Vereinsseite diese Solidarität nicht verwechseln. Der Großteil der Menschen, die dort sangen und „support“ lieferten taten das nicht einzelnen Personen gegenüber, auch wenn die Mannschaft profitiert, sondern nur für den Verein. Dieser Club repräsentiert und kulminiert so viele Erinnerungen und Emotionen, dass jene völlig unabhängig vom Tagesgeschehen existieren. Den FCK tragen so viele Menschen im Herzen, dass sie dem Verein die Treue halten egal wer da das Trikot trägt und wer die Entscheidungen trifft. In dieser Hinsicht ist der 1. FC Kaiserslautern mehr als ein Club und kommt eher einer Religion oder Sekte gleich. Damit möchte ich zum Schluss noch einmal zur spielerischen Leistung der Mannschaft über die Saison und die Relegation kommen. Die Leistung wurde von den singenden Massen keinesfalls honoriert, höchstens der Einsatz. Das „Wie“ hat viele Fans verärgert und wäre selbst im Erfolgsfall zweifelhaft gewesen. Darum wünsche ich mir, dass Sie die kommende Saison auch als Chance sehen, noch einen Schritt in die Zukunft zu machen. Jeder wäre gerne aufgestiegen, aber mit einer gewachsenen Struktur und einem klar kommunizierten Plan.

Ich verbleibe als Verehrer des Vereins und Ihrer Person.

Mit freundlichen Grüßen

Stehgeiger

Post für Stefan! Einige Leute inspirierten mich endlich meine „Vorschläge“ mal zu präsentieren. Und da ist das Ding! Die Antwort wird umgehend veröffentlicht.

Kader-Analyse 1.0 – Der Stehgeiger schaut wer kam und ging

Die neue Saison beginnt für den 1. FC Kaiserslautern am 20.07.2013, mit dem Auswärtsspiel gegen den SC Paderborn 07. Die letzte Saison vor der WM 2014 in Brasilien beginnt also mit einem schwierigen Spiel für die Roten Teufel. Wie fast jedes Jahr finden sich etliche Neue im Kader und ich wage einen Blick auf die Zusammenstellung von Franco Fodas Kampfmannschaft.

Stefan Kuntz wurde in den Medien nach dem Saisonziel befragt und er antwortete, dass ein Platz unter den ersten fünf Teams angepeilt wird. Nahm man im letzten Jahr um diese Zeit den Mund noch recht voll und proklamierte den Aufstieg, backt der FCK heute kleinere Brötchen. Man kann von der Zielvorgabe halten was man will, vielleicht versucht man so den Druck nicht sofort hoch zu halten.

Den 1. FC Kaiserslautern verließen einige namhafte Spieler:

Leon Jessen bleibt in Ingolstadt und wird für zwei weitere Jahre verliehen. Dafür musste sein Vertrag in Kaiserslautern verlängert werden.

Itay Shechter verließ den Club, wie vom Stehgeiger erwartet in Richtung Heimat. Er schloss sich Hapoel Tel Aviv an, einem Verein der vor ein paar Jahren von den eigenen Fans „gekauft“ wurde.

Nach Ablauf seines Vertrages und der verstrichenen Aufstiegsoption (2 Jahre), wechselte auch Alexander Baumjohann die Farben. Hertha BSC Berlin sicherte sich seine Dienste.

Benjamin Köhler beendete sein halbjähriges Engagement am Betze mit einem Wechsel nach Berlin. Die Eisernen von Union Berlin nahmen den vielseitigen Mittelfeldroutinier unter Vertrag. In seiner Heimatstadt hofft er nun auf ein letztes Hurra.

Das Theater um Ilian Micanski fand auch ein Ende, den Bulgaren zog es zum Aufsteiger nach Karlsruhe. Sollte er sich wohl fühlen und Einsatzzeit bekommen, könnte das ein echtes Schnäppchen für die Badener sein.

Richard Sukuta-Pasu, der mit Empfehlung von 12 Saisontoren in Österreich zum FCK zurückkehrte, wurde zum Liga-Konkurrenten VfL Bochum verliehen. Trotz der Aussage Fodas mit dem bulligen Stürmer zu planen, fand sich kein Kaderplatz beim FCK. Anderenorts wird seine Saison als „bärenstark“ bezeichnet (Christian Hochstätter). Es besteht keinerlei Kaufvereinbarung.

Gleich zwei Spieler gaben die Roten Teufel an den Nachbarn SV Sandhausen ab. Denis Linsmayer wurde fest verpflichtet und Kwame Nsor wurde verliehen. Gerade Offensivmann Nsor wird unter Beobachtung durch den Stehgeiger stehen, denn er erhielt selten Einsätze für Rot-Weiss. Die Sandhäuser profitierten vom Lizenzentzug des MSV Duisburg und konnten so trotz sportlichen Abstiegs in der Liga bleiben. Gute Erfahrungen machte der FCK mit Sandhausen bei der Leihe von Andrew Wooten. Hoffentlich kann Nsor ähnliche Leistungen bringen und sich für den FCK empfehlen. Nach einem schwierigen Jahr in einem fremden Land wäre es ihm zu wünschen.

Chadli Amri und Mathias Abel haben noch keine Vereine gefunden. Wobei Abel mit Elversberg in Verbindung gebracht wird. Alexander Bugera wird Stand-by Profi, vornehmlich in der U-23 und nebenher an einen Job im Verein herangeführt.

11 Abgänge stehen also bereits fest, wobei es Gerüchte um andere Spieler gibt. Auf eins möchten ich näher eingehen. Konstantinos Fortounis wurde in einem griechischen Interview zitiert, er hätte Angebote aus der 1. Bundesliga vorliegen. Da die Quelle in griechisch ist und nur eine spärliche Übersetzung durch Google vorliegt, möchte ich die Seriosität jener nicht bewerten. Fortounis, als EM-Teilnehmer und Nationalspieler, hat sicherlich das größte spielerische Potential im Kader. Nur konnte er es bis dato nicht konstant auf den Platz bringen. Das lag einerseits an der Spielposition, die man noch nicht so recht für ihn gefunden haben scheint, als auch an den eigenen Leistungen. Nach Außen wirkt der junge Grieche zerbrechlich und hat sicherlich physische Nachteile. Nach gut einer Stunde Spielzeit machte er in der abgelaufenen Saison den Eindruck bereits ausgepumpt zu sein. Fragil mutet auch sein Nervenkostüm an, was unter dem „Grantler“ Foda nicht zum Positiven verstärkt wird. Aber die Menschenführung Fodas wurde hier bereits diskutiert, Parallelen zu Milan Sasic drängen sich auf. Ich bin der Meinung, dass er es in sich hat, ein hervorragender Spieler zu werden. Ob das beim 1. FC Kaiserslautern funktionieren wird, wage ich zu bezweifeln. Noch ist er nicht ins Training eingestiegen (als Nationalspieler noch im Zusatzurlaub) und man weiß nichts über seine Rolle. Auf den Außenbahnen scheint er verschenkt und dort legte der FCK nach. Ich könnte ihn mir durchaus in der Rolle des neuen Spielgestalters vorstellen, wo nach dem Abgang Baumjohanns Bedarf besteht. Es wird spannend bleiben, denn in jenem Interview kündigte er an bis Mittel Juli sei eine Entscheidung gefallen. Es wäre ein echter „steal“ für einen Bundesligisten, denn wie erwähnt kann Fortounis mit dem Ball alles. Unter einem Kommunikator und Förderer als Trainer, sehen viele Experten Kostas besser aufgehoben. Ich wünsche mir dringlich, dass er beim 1. FC Kaiserslautern bleibt und sich durchbeißt. Vielleicht waren die letzten 1-2 Jahre etwas zu viel für ihn mit dem Wechsel nach Deutschland, Abstieg, EM-Teilnahme und Nicht-Aufstieg. Hoffentlich bekommt er das Vertrauen und schöpft sein Potential aus, im Trikot der Teufel.

Die Quelle mit dem Fortounis-Interview möchte ich nicht verschweigen, der Artikel findet sich auf der griechischen Sportseite www.novasports.gr .Wenn es einen findigen Leser gibt, der des Griechischen mächtig ist, würde ich mich über eine Übersetzung sehr freuen.

Auf der Habenseite befinden sich auch einige Namen, die man kennt.

Bereits fest stand die ablösefreie Verpflichtung von Marcel Gaus vom FSV Frankfurt. Der Flügelstürmer soll die vakante Position besetzen und erhofft sich einen Karrieresprung beim FCK.

Mit Ruben Jenssen kam ein zentraler Mittelfeldspieler in der defensiven Rolle. Der norwegische Nationalspieler kommt von Tromsö IL, wo der FCK in der Vergangenheit bereits Patrice Bernier kaufte. Jenssen wird direkt eine zentrale Rolle zugetraut, der pass-sichere und robuste Aufbauspieler ist ein Kandidat für einen Stammplatz.

In Skandinavien fand sich ein weiterer Mittelfeldmann, den man aus der 1. Bundesliga kannte. Alexander Ring konnte von HJK Helsinki verpflichtet werden, nachdem er in Gladbach nicht völlig überzeugte. Bei ihm streiten sich die Experten noch über seine endgültige Position. Unter Lucien Favre spielte der schnelle und quirlige Nationalspieler Finnlands auf der rechten Außenbahn, in seinem Heimatverein und mit den Landesfarben agierte er eher im Zentrum. Ring ist auch ein Spieler, der dem FCK direkt weiterhelfen könnte. Schnell im Antritt und Dribbelstark könnte er sofort einen Platz unter den ersten 11 Teufel haben. Hierbei muss man Kuntz loben, diesen Mann auch endgültig binden zu können, ohne ein Leihgeschäft. Für die 2.Bundesliga ein Top-Transfer.

Im Sturm legte man auch nach und holte den jungen Simon Zoller aus Osnabrück. Da der VfL in finanzieller Not ist, konnte man den herausragenden Offensivakteur der 3. Liga für kleines Geld kaufen. Ich habe relativ wenig von Zoller gesehen, aber in der abgelaufenen Saison war er einer der besten Spieler in Liga 3. Wenn die Möglichkeit besteht einen jungen, entwicklungsfähigen Kicker wie ihn zu holen, ist der 1. FC Kaiserslautern in der Pflicht da zuzuschlagen. Ob jetzt direkt Bedarf auf der Stürmerposition besteht, bleibt fraglich. Mit Idrissou, Bunjaku, Wooten und Swierczok hat man bereits 4 Stürmer unter Vertrag. Swierczok wird wohl nach seiner langen Verletzung erst mal in der U-23 aufgebaut.

Was im letzten Jahr nicht sonderlich gut funktionierte, macht man in diesem Jahr eben noch einmal. Auf der Frankfurter Resterampe wurde der 1. FC Kaiserslautern fündig und angelte sich Karim Matmour und Olivier Occean. Beide Spieler überzeugten in der Aufstiegssaison der Eintracht vor zwei Jahren, konnten aber in der ersten Bundesliga keinerlei Akzente setzen. Matmour dürfte vielen Leuten ein Begriff sein. Der algerische Außenstürmer war bereits in Freiburg und Gladbach aktiv, bevor er sich der Eintracht anschloss. Erfahrung dürfte er haben, aber die grundlegenden Defizite bleiben. Karim ist schnell und athletisch, aber der Ball ist nicht sein Freund. Er ist einer der Spieler, die ewig ein uneingelöstes Versprechen repräsentieren.

Ach, wenn der nur noch Tore machen könnte! Ach, wenn der nur besser am Ball wäre. Ach, wenn er nur mehr Flanken schlagen könnte, dann wäre er ein Großer!“

So oder so ähnlich blieb er mir in Erinnerung. Als Ersatzmann und Rollenspieler sicherlich solide. In der NBA nennt man solche Spieler „energy guys“, dass heißt sie kommen von der Bank und bringen Schwung ins Spiel. Eine andere Verwendung kann ich mir beim ihn nicht denken.

Olivier Occean war vor gut einem Jahr sehr gefragt. Viele Vereine wollten den kantigen Mittelstürmer, der Fürth in die erste Liga schoss. Occean landete bei Mitaufsteiger Frankfurt und dort gelang ihm nichts. Mo Idrissou wechselte auf Grund der Perspektive nach diesem Transfer an den Betze. Jetzt hat der 1. FC Kaiserslautern beide. Win-win?

Es bleibt abzuwarten in welcher Form Occean an den Betze kommt. Ist er als Stammspieler eingeplant? Verlässt uns noch ein Stammstürmer? Soll er hinter Mo den Ersatz geben? Wird er mit einer untergeordneten Rolle zufrieden sein? Was heißt das für die Stürmerreihenfolge? Welches Signal geben die Verpflichtungen von Zoller und Occean an Nachwuchsleute wie Mario Rodriguez (aktuell bei der U-20 WM mit den USA ausgeschieden), dessen Vertrag noch nicht verlängert wurde und von anderen Clubs umworben ist? Fragen über Fragen.

Ich bin nicht in der Lage jene zu beantworten, aber vordergründig wurde er geholt um die Feuerkraft ganz vorne zu erhöhen. Das klingt logisch, klingt aber sehr nach Aufstiegszwang. Occean wurde in einem ähnlichen Konstrukt verpflichtet, wie Leon Jessen abgegeben wurde. Eine Leihe für 2-Jahre mit Kaufoption. Wer den dann 33-jährigen Kanadier noch kaufen will, der in der 1. Bundesliga kein Bein auf den Boden bekam, muss man sehen. Ich hoffe nur es ging nicht auf Kosten von Rodriguez, den man unabhängig von den Neuen dringend halten sollte. Aber er braucht sicherlich eine Perspektive und die im Kader der ersten Mannschaft zu stehen, scheint verschwindend gering. Man kann nur daran glauben, dass er ein Ausbildungsjahr in der U-23 akzeptiert. Was aus mit Occean wird, kann nur die Saison zeigen.

Der aktuellste externe Zugang ist Kevin Stöger. Der junge Österreicher (19) wurde vom VfB Stuttgart für ein Jahr ausgeliehen (ohne Kaufoption). Der talentierte Spielmacher glänzte in der U-23 des VfB und durfte auch schon bei den Profis herein schnuppern. Als vor einiger Zeit die Talente der Stuttgarter im Kicker evaluiert wurden, bekam Stöger gute Kritiken. Nur körperlich scheint er nicht der Stabilste zu sein. Seine Lieblingsposition ist im zentrale Mittelfeld als Spielgestalter. Baumjohann lässt grüßen. Ihn mit einem 19-Jährigen Talent zu ersetzen, klingt etwas riskant. Von daher denke ich, wird er hinter Fortounis, sollte dieser bleiben, zum Einsatz kommen. Sollte er als Stammspieler eingeplant sein, muss man sich fragen warum man dem eigenen Nachwuchs nicht solche Chancen einräumt. Ich will hier nicht gegen Stöger wettern, der sicherlich Qualitäten hat, aber auch die eigene U-19 sowie U-23 hat einige junge Talente zu bieten.

Als back-up für Chris Löwe darf sich Jean Zimmer, der beim Stehgeiger bereits eingehend beschrieben wurde, beweisen. Bis jetzt darf er die Vorbereitung bei den Profis mitmachen und hoffentlich weiß er zu überzeugen. Auffällig wie viele Spieler aus dem defensiven Bereich es schaffen, sich in die Kampfmannschaft zu spielen. Heintz, Orban und jetzt Zimmer. Nur leider drückt der Schuh in der Defensive weniger. Schindele (IV) und Hajtic sind wohl erst mal für die U-23 eingeplant, wobei beide nach der kraftraubenden Saison auch länger im Urlaub waren (Relegation, DFB-Pokalfinale). Gerade von Hajtic erwarte ich viel, möglicherweise rutscht er noch in den Kader der ersten Mannschaft.

In diesem Sinne

Stehgeiger